Goodbye Thailand

Heute ist mein letzter Tag in Thailand. Ich war genau 6 Monate und 8 Tage hier und ich kann nicht glauben, dass die Zeit so schnell vergangen ist. Aber sagt man nicht, man soll gehen, wenn’s am schönsten ist? Zugegeben, das Wetter in den letzten Tagen war nicht besonders toll, der Monsun hatte noch einmal richtig zugelegt. Trotzdem, nach einem halben Jahr hat man sich doch dann schon so an das neue Leben gewöhnt, dass es schwer fällt, davon Abschied zu nehmen. Denn nicht nur, dass ich mich in Pattaya immer heimischer fühle, auch in meinem Job hatte ich in letzter Zeit das Gefühl, wirklich was zu leisten und nicht nur überflüssige Praktikanten-Jobs zu erledigen.

Leider war mein letzter Tag bei RBTA sehr stressig. Ich hatte bis Feierabend noch ein Meeting und obwohl ich früher gegangen bin, habe ich es nicht mehr geschafft, mich bei allen gebührend zu verabschieden. So hab ich RBTA und meine Kollegen also etwas wehmütig verlassen und bin ein letztes Mal mit dem Van Richtung Pattaya gefahren. Und zur Verabschiedung gab’s noch was auf die Ohren: in der eingebauten Multimedia-Anlage lief nicht, wie sonst immer die gleiche Karaoke-DVD, sondern eine thailändische Comedy-Serie, so laut aufgedreht, dass einem bei jeder Lachsalve fast der Schädel geplatzt ist. Auch so eine Eigenheit der Thailänder. Ein unglaublich ruhiges, zurückhaltendes Volk, aber Musik und der Sound im Kino werden so laut aufgedreht, dass man sich fragt, ob die eigentlich nicht schon alle taub sind. Das werd ich ganz sicher nicht vermissen (ich bin sehr geräuschempfindlich - ich krieg schon die Krise, wenn jemand in meiner Nähe einen Staubsauger anmacht). Und wenn wir schon dabei sind: was ich auch ganz sicher nicht vermissen werde sind die Klimaanlagen. Zugegeben, bei 40° freut man sich schon über eine Klimaanlage im Zimmer, aber an manchen Orten, wie in Bussen, Kinos und Meetingräumen, nehmen die Temperaturen arktische Ausmaße an. In manchen Meetings hätte ich mir ernsthaft eine warme Daunenjacke, eine Wollmütze und einen heißen Tee gewünscht… Kaum zu glauben, aber in Thailand hab ich nicht nur geschwitzt wie nie zuvor in meinem Leben, sondern auch gefroren wie nie zuvor…

Heute ist also mein letzter Tag und deswegen hab ich den ganzen Vormittag damit verbracht, auszumisten, zu packen und zu putzen. Ich musste einiges Wegschmeißen bzw. da lassen (ich durfte ja nur 20 Kilo im Koffer mitnehmen), aber letztendlich habe ich alles wichtige und meine ganzen Souvenirs in den Koffer quetschen können (wenn man sich draufsetzt lässt der sich problemlos zumachen. Nachdem ich das erledigt hatte, konnte ich meine restlichen Stunden in Pattaya noch richtig genießen. Kurz nach zwölf hab ich mich aufgemacht in das Central Festival, ein riesiges Shopping-Center an der Strandpromenade, um dort noch ein bisschen Geld dazulassen. Danach war ich noch eine Runde Sonnenbaden am Strand und hab mich vom Meer verabschiedet. Das Meer… seufz, ja, das werd ich vermissen… Schließlich habe ich mir noch eine letzte Massage gegönnt. Das habe ich in letzter Zeit recht oft gegönnt, man muss die Gelegenheit ja nutzen. Das kleine Spa, in das ich immer gehe, ist auch einfach zu schön… (Blooming Spa – Let’s Relax). Nachdem ich schon klassische Thai-Massagen und Ölmassagen ausprobiert hatte, habe ich mich diesmal wieder für eine Thai Herbal Massage entschieden. Obwohl bei dieser Massage-Technik ziemlich fest zugelangt wird (man hat mich auch öfters gewarnt, keine klassische Thai-Massage zu machen), find ich das doch sehr entspannend. Und absolut witzig. Habt ihr schon mal eine Thai-Massage gemacht? Die ist ein bisschen anders als andere Massagen… man ist nicht halb nackt, sondern hat eine bequeme thailändische Wickelhose und ein pfludriges XXL-Hemd an. Massiert wird dann natürlich vollkommen ohne Öl. Man liegt auf dem Boden auf einer weichen Matratze in einem kleinen, verdunkelten Raum. Dann fängt die thailändische Masseurin erstmal an, die Beine zu bearbeiten. Da wird dann jeder einzelne Muskel, Nerv und jede Sehne gedehnt und weich geknetet. Das ist voller Körpereinsatz für die Masseurin, da sie dafür beide Füße und Hände benutzt. Genauso wird’s dann mit den Armen gemacht. Wenn man dann mal auf dem Bauch liegt, kommt der Rücken dran. Dazu turnt die Masseurin auf Rücken und Pobacken rum, um auch die tiefste Verspannung zu lösen. Ihr Gewicht hat mir erstmal die Luft aus den Lungen gepresst und mein Nach-Luft-Schnappen ist dann irgendwann zu einem Lachen geworden. Ich fand das ganze einfach so witzig! Die Masseurin hat mitgelacht und mich dann gefragt, ob ich es fester will. Nein danke, passt schon… Schließlich muss man sich aufsetzten und dann werden noch ein paar gymnastische Übungen und Verrenkungen gemacht. Ich hab schon geahnt, dass es schmerzhaft werden wird, als ich meine Arme im Nacken verschränken musste, die Masseuse mich von hinten umfasst  und gemeint hatte: „Just relax…“. ZACK, eine 180°-Drehung nach links, noch mal eine nach rechts, und jeder Rückenwirbel hat zweimal laut geknackt. Für einen kurzen Moment habe ich daran gedacht, dass man da ja auch viel kaputt machen kann, aber die Dame hat das absolut richtig gemacht und mein Rücken hat sich danach so gut wie noch nie zuvor angefühlt Zur Thai HERBAL Massage gehören natürlich auch ein paar exotische Kräuter. Die werden in einem dicken Leinen-Beutel gedämpft, den die Masseurin dann auf bestimmte Körperstellen tupft (… haut) und damit über die Haut streicht. Der heiße Beutel macht dann das, was sowieso schon zu Brei geknetet wurde, noch ein bisschen weicher… Entspannung Pur!  Nach der Massage fühlt man sich dann leicht wie eine Feder (oder wie vom Panzer überfahrenemotion).

Ja, zugegeben, die Massage vorher war noch ein bisschen fester, d.h. schmerzhafter als alle zuvor. Die Rambo-Masseurin hätte mir mit Daumen und Zeigefinger wohl jeden Knochen brechen können (mich würde es nicht wundern, wenn der ein oder andere Rückenwirbel angeknacktst ist... aber es fühlt sich noch alles gut an.

Mein letzter Tag also in Thailand, Pattaya. (verdammt, was ist denn schon wieder mit der Schrift los?!) Ach ja... Pattaya, du Sündenpfuhl, Sodom und Gomorrha Thailands. Obwohl ich diese laute, chaotische Stadt mit den unzähligen, unappetitlichen Abschlepp-Bars und massenweise Touristen für den widerlichsten, grässlichsten Ort in Thailand halte, wird sie mir vielleicht ein winzig kleines bisschen fehlen. Immerhin lasse ich dort liebgewonnene Freunde, die Strandpromenade zum Joggen, das Meer, einige wirklich schöne Plätze, ein tolles Wellness-Spa und ein absolut unkompliziertes Leben zurück. Im Nachhinein kommt sie mir vielleicht auch gar nicht mehr so schlimm vor.  Dann ist Pattaya eine bunte, lebendige Stadt in der man viele interessante und aussergewöhnliche Menschen aus aller Welt kennen lernen kann. Menschen, die auf der Suche sind nach… Liebe! Denn wir wollen doch nicht alle westlichen Herren im reifen Alter in die Sextouristen-Schublade stecken, wenn sie mit einer thailändischen Dame (oder auch nicht… an der Hand herumstolzieren. Vielmehr sollte uns klar werden, dass doch viele, die hierherkommen, einfach nur ein bisschen Liebe suchen. Jene einsamen, verwelkten Männer, die im Westen von einer Frau nur noch berührt werden, wenn es die Kranken- oder Altenpflegerin ist, die sich nicht damit abfinden, dass das Leben schon vorbei sein soll, auch nicht damit, dass sie auf ihre alten Tage nicht auch noch Liebe finden sollen… jene dürfen in Pattaya mit genügend Geld und Viagra noch mal jung sein… Pattaya als Vorgeschmack aufs Paradies? Oder jene ungeliebten Außenseiter, „Nerds“, die im Westen nicht einmal bei der betrunkensten Frau landen… jene dürfen in Pattaya eine verliebt mit den Wimpern klimpernde, exotische Schönheit im Arm halten. In Pattaya findet jedes einsame Herz ein bisschen Liebe und Zuneigung. Denn die Menschen hier sind voller Liebe!! Sei es ein 13 jähriges Mädchen, eine 50 jährige, siamesische Schabracke oder ein quirliger Ladyboy. Wie hört sich das an: Pattaya, willkommen in der Stadt der Liebe! Scheiss auf Paris!!! (ja, ich natürlich nichtemotion)

 

So, mein Magen knurrt und ich gehe ein letztes Mal in dem netten Straßenrestaurant nebenan richtig lecker thailändisch essen. Mal sehen, wie mir das Essen daheim wieder schmeckt... wahrscheinlich zu fade...

 

Mein letzter Tag, mein letzter Eintrag. Zumindest was das bloggen über das Leben in Thailand betrifft. Denn back in Europe wartet ja schon das nächste Abenteuer auf mich: ein Austauschsemester in PARIS!! Also, mal schauen, vielleicht  hab ich Zeit mal ein bisschen was über mein Studentenleben in Paris zu schreiben, über das Studium am SciencesPo. (DER französischen Politik-Elite-Uni, uuiiii) und ob ich dann mal französischer Staatspräsident werdemotion Oder Bundeskanzlerin.

 

Na dann, auf Wiedersehn!

 

 

 

 

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Ko Phi Phi - Abschied vom Paradies

Nachdem sich meine Zeit hier in Thailand langsam dem Ende zuneigt, habe ich mir als krönenden Abschluss noch einen Urlaub auf Ko Phi Phi gegönnt. Ko Phi Phi ist eine Nachbarinsel von Phuket, das in der Andamanensee im Süden Thailands liegt. Genauer gesagt besteht Ko Phi Phi aus zwei Inseln, der Hauptinsel Ko Phi Phi Don und der kleineren, unbewohnten Insel Ko Phi Phi Leh.  Auf letzterer befindet sich der Strand, der Kulisse für den Film „The Beach“ war. Doch nicht nur der Film hat die kleine Insel so berühmt gemacht. Mit ihren weißen Stränden, dem kristallklaren Wasser und 1a Tauch- und Schnorchelplätzen gilt Ko Phi Phi als eine der schönsten Inseln der Welt. Perfekte Voraussetzungen also, um einen gechillten Strandurlaub zu verbringen.

 

Mit dem Flugzeug sind wir (diesmal zu dritt) nach Phuket geflogen. Von dort aus sind wir mit der Fähre nach Ko Phi Phi Don gefahren. Wie der Wetterdienst es vorausgesagt hatte, war and diesem Tag „Thunderstorm“ und dementsprechend wurden wir auf der Fähre kräftig durchgerüttelt. Na super. Nachdem ich nun schon einen Tropensturm im Flugzeug miterlebt hatte, musste ich das wohl nun auch auf einem kleinen Schiffchen mitten im Ozean durchmachen… Am Anfang hatte es tatsächlich so ausgeschaut, als ob wir eine entspannte Überfahrt auf dem Sonnendeck der Fähre genießen könnten.  Aber nach ca. 20 Minuten Fahrt hat die Fähre gestoppt und einer der „Matrosen“ hat uns angewiesen schleunigst unter Deck zu gehen. Daran haben sich auch alle Fahrgäste artig gehalten, denn über uns hatten sich schon dicke, schwarze Wolken zusammengebraut und der Wellengang wurde so heftig, dass ich mich nur noch mit überall Festhalten fortbewegen konnte. Mit voller Fahrt ist das kleine Schiff dann in den Sturm gerauscht und hat dabei geknackt und geknarzt, als ob es gleich auseinanderbrechen würde; Kotztüten wurden verteilt. Schlecht war mir aber glücklicherweise nicht, ich fand’s… irgendwie cool! (Im Gegensatz zu dem Flug). Ich hatte vielmehr das Bedürfnis, mich an Deck zu stellen, an die Reling zu klammern und „WOOOHOHOOHOOOO!“ zu schreien

Als wir dann schließlich auf Ko Phi Phi angekommen waren, hatte sich der Sturm gelegt. Noch ein kleiner, kräftiger Regenschauer (gottseidank NACHDEM wir eine Unterkunft gefunden hatten), dann ist die Wolkendecke aufgerissen und wir konnten unseren ersten Abend auf der Insel in einer Strandbar ausklingen lassen.

 

Am nächsten Morgen war das Wetter, naja, eher suboptimal (wieder Regen und dicke Wolken), was uns aber nicht davon abgehalten hat, den Tag am Strand zu verbringen. So sind wir dann mit einem Longtail-Boot zu einer kleinen Bucht gefahren, von der aus wir zum nächsten Strand laufen mussten. Der Bootsführer meinte, die Wellen seien zu hoch, um den Strand direkt anzufahren. Und tatsächlich, an diesem Strand war der Wellengang so stark, dass sogar Baden unmöglich war. Tja, doof… nachdem ich eine Weile beobachtet hatte, wie die Nachbarinsel Ko Phi Phi Leh hin und wieder in einem grauen Monsun-Schauer komplett verschwand, machten ich und die zwei anderen Mädels uns auf an einen Strand, der etwas geschützter von Wind und Regen war. Nach einem halbstündigen Marsch durch das Inselinnere, wurden wir schließlich mit einem traumhaften Strand, an dem kein Lüftchen ging, belohnt. Das Wetter wurde so gut, dass wir genüsslich in der Sonne brutzeln konnten (dabei waren die Wolken, die die Sonne ab und zu verdeckt haben, sehr willkommen, da ich sonst zu sehr gebrutzelt hätte). Und wenn’s mir doch zu heiß wurde, bin ich einfach ins angenehm kühle Meer gesprungen…

 

Am nächsten Tag hat mich der Wecker gnadenlos um 6 Uhr aus dem Bett geklingelt: ich hatte für den Vormittag einen Tauchausflug gebucht. Es waren wieder ziemlich viele Leute mit dabei, von denen die meisten Tauchschüler waren oder „Fundiver“, die nur einen Schnuppertauchgang machen wollten. Somit war ich mit meinen popeligen 6 Tauchgängen tatsächlich einer der erfahrensten Taucher an Bord! Neben den Tauchlehrern waren gerade mal zwei Taucher dabei, die ihren Schein schon hatten. Das macht einen doch gleich viel selbstbewusster

Auf dem Weg zur ersten Tauchlocation bei P.P. Leh, hat es wieder etwas gestürmt und geregnet. Ich habe mich deshalb darauf gefasst gemacht, dass mir schlechte Sicht und starke Strömung wieder Mal einen Strich durch die Rechnung machen. Ganz toll… Monsun-Zeit ist halt keine gute Tauch-Saison… Während der Fahrt hat uns unser Tauchlehrer noch einiges erklärt, die übliche Vorbesprechung eben, aber Motorenlärm, Sturmtosen und sein starker britischer Akzent haben dafür gesorgt, dass ich so gut wie nix verstanden hab… egal, einfach immer Nicken. Im kleinen, erlesenen Kreis der erfahrenen Taucher, bin ich schließlich abgetaucht. Und siehe da, die Sicht war perfekt und von Strömung keine Spur! Sogar ein Leopardenhai hat sich blicken lassen. Als ich wieder aufgetaucht bin, hat dann auch die Sonne geschienen. Nach dem Lunch gings auf zum zweiten Tauchplatz, einer Felswand nahe den „Viking Caves“. Die Viking Caves sind in der Brandung liegende Höhlen, die vor langer Zeit von vorbeiziehenden Seefahrern und Piraten mit Zeichnungen geschmückt wurden. Cool, oder? ;-). Der zweite Tauchgang war dann ziemlich entspannt. Dank einer leichten Strömung konnten wir uns einfach an der korallen- und anemonen-uebersaehten Felswand entlang treiben lassen…

 

Aber Ko Phi Phi ist nicht nur für Taucher ein absolutes Paradies, die kleinen Inseln bieten auch jede Menge Möglichkeiten, um Schnorcheln zu gehen. Deshalb haben wir uns für den letzten Tag unseres Inselurlaubs ein Longtail-Boot gemietet, das uns zu den besten Schnorchelplätzen und schönsten Stränden in der Gegend bringen sollte. Erster Stopp der Tour war ein flaches Riff bei P.P. Leh, das bestens zum Schnorcheln geeignet war. Als wir ins Wasser sind hat uns gleich mal ein ganzer Schwarm bunter Tropenfische umgeben. Zwischen den Korallen konnte man dann noch viele weitere Meeresbewohner entdecken. Absolut toll! Einen kleinen Haken gab’s dann allerdings doch: das Wasser war voller durchsichtiger, schleimiger Quallententakel. Damit hatte ich schon am Vortag beim Tauchen Bekanntschaft gemacht. Weil das Zeug praktisch tote Körpermasse ist, so hat man mir gesagt, tut es nicht weh, wenn man’s berührt. Und ich hab wirklich nichts bemerkt, weil ich erstens den schützenden Taucheranzug anhatte und zweitens schnell unter den Tentakel-Teppich tauchen konnte. Beim Schnorchel allerdings hat mich kein Neopren geschützt, als ich mitten durch den Quallenschleim geschwommen bin und dabei hab ich dann tatsächlich den ein oder anderen Stich auf der Haut gespürt. War aber nicht weiter schlimm, eine lebende Qualle zu berühren ist vermutlich tausendmal schmerzhafter und das ist mir glücklicherweise noch nie passiert.

Nachdem wir alle wieder ins Boot geklettert waren, ging’s weiter zur nächsten Bucht. Wir hatten ja damit gerechnet, dass uns unser Kapitän zur Maya Bay bringt, dem berühmten „The Beach“-Filmstrand. Aber die hohen Wellen dort haben wieder einmal verhindert, dass das kleine Boot direkt hinfahren konnte. So mussten wir also an der relativ windgeschützten Bucht aussteigen und mit Hilfe einer klapprigen Bambusleiter eine Klippe überqueren. Zum Strand war es dann nur noch ein kurzer, gemütlich Spaziergang durch den Wald. Ein wunderschöner Strand, aber aus dem Film hatte ich ihn irgendwie anders in Erinnerung… liegt wahrscheinlich daran, dass für den Film einiges verändert wurde. Da es noch früh am Morgen war, waren nur wenige Touristen am Strand, so dass  wir ungestoert in der von hohen Klippen umgebenen Bucht baden konnten. Nach einiger Zeit aber kam eine ganze Invasion von grossen Speedbooten angefahren (denen machten die Wellen nix aus), die ihre Fracht, eine fotoknipsende Touristenmeute, direkt am Strand abgeladen haben. Innerhalb kürzester Zeit war vor lauter Booten und Touristen nichts mehr von dem schönen Strand zu sehen… nicht auszuhalten! Und das in der Nebensaison! Also nix wie weg und zurück zum Boot. Wir waren in dem Moment echt froh, dass wir so früh zu unserer Tour aufgebrochen waren.

Nächster Stopp war eine Bucht, die weit in die Insel hineinging. Es gab keinen Strand dort, die Bucht war nur von hohen Felsmauern umgeben. Als wir in die Bucht hinein gefahren sind, wechselte das Wasser von Eisbonbon-blau zu flaschengrün. „Camping!“ meinte unser Bootsfuehrer dann. Hae, campen?? Wir hatten keine Ahnung, was er meinte. Dann beobachteten wir aber, wie ein paar andere Inselbesucher von einem Speedboot aus ins Wasser sprangen. Ahhh… er meinte also „jumping“!! In dieser Bucht war das Wasser tief genug, um gefahrlos kopfüber ins Meer zu hechten. Aber hallo!! Schon war ich im WasserJ (Aber obacht: als Bikintraeger sollte man vor dem Wieder-Auftauchen sichergehen, dass alles sitzt;-)

Nach einer längeren Fahrt übers offene Meer sind wir schließlich auf einer anderen, winzig kleinen Insel etwas nördlich von P.P. Don gelandet: auf Bamboo Island (wir haben erfolgreich verhindert, dass wir nach Mosquito Island fahren…. Seufz… ich wär jetzt gern wieder da, an dem langen, schneeweißen Strand… würde mich jetzt gerne wieder in dem seichten, kristallklaren Meer treiben lassen… Salz und Sonne auf der Haut spüren… Sand durch die Finger rieseln lassen…. Menno, nicht nur dass ich diese Paradies-Insel verlassen musste, in einer Woche geh ich ganz aus diesem schönen Land! Ich bin immer noch fassungslos, dass die sechs Monate so rasend schnell vergangen sind. Bin ich nicht erst gestern total verplant am Flughafen in Bangkok angekommen? So kommt es mir zumindest vor….

Naja, zurück zur Geschichte. Nachdem wir also das tropische Eiland hinter uns gelassen hatten, haben wir noch einen Strand auf P. P. Don angesteuert, „Monkey Beach“. Und jetzt könnt ihr euch sicherlich denken, was wir dort vorgefunden haben… genau, wieder mal unzählige Touristen mit ihren Kameras (ich gebs ja zu, ich war dann auch einer von ihnen…. Oh, und in den Bäumen saßen doch tatsächlich ein paar Affen!! Die waren sooo süüß! Nachdem der Großteil der Touris auf Speedbooten davongedüst war, haben sich ein paar der Baumbewohner herunter an den Strand gewagt, um sich die Hinterlassenschaften der Besucher zu schnappen: Bananen und Pepsi-Flaschen. Nachdem wir den Affen lange genug beim Essen (und Trinken) zugesehen hatten, sind wir zum Abschluss noch in dem Riff am Monkey Beach Schnorcheln gegangen. Auch dort konnte man wieder einiges entdecken. Gerade als ich wieder ins Boot wollte, habe ich unter mir kurz etwas Lilanes aufleuchten sehen. Weil man es von oben nicht so richtig erkennen konnte, bin ich abgetaucht, um mir das aus der Nähe anzusehen. Und halb unter einem großen Stein versteckt saß ein riesiger, lila-blauer Seestern. Diesem gemütlichen Meeresbewohner zu begegnen, war ein schöner Abschluss für meinen Schnorchelausflug.

 

Nachdem wir nach Tong Sai, das kleine Dörfchen, in dem wir untergekommen waren, zurückgekehrt und beim Essen waren, musste noch eine Sache erledigt werden: wir wollten unbedingt noch zum höchsten Punkt der Insel, dem View Point, um den Sonnenuntergang zu sehen. Nachdem wir uns die Tage zuvor vor dem schweißtreibenden Aufstieg gedrückt hatten,  war dies unsere letzte Chance auf einen Rundumblick auf Ko Phi Phi. Also haben wir tapfer und schwitzend (es war brutal schwül) über viele Stufen ca. 300 Höhenmeter zurückgelegt, um uns schließlich, oben angekommen, auf einen flachen, warmen Felsen fallen zu lassen. Von dem kleinen Plateau aus hatten wir einen sagenhaften Ausblick auf die grüne Insel und den Ozean.  Die untergehende Sonne hat den etwas wolkigen Himmel in rosa, orange, rot und schließlich dunkel-lila gefärbt… dafür hat sich der Aufstieg mehr als gelohnt.

 

Das war leider auch schon der letzte Tag auf Ko Phi Phi. Am nächsten Tag mussten wir wieder früh morgens aufbrechen, um die Fähre nach Phuket zu erwischen. Im Gegensatz zur Hinfahrt, war die Rückfahrt so ruhig wie eine Fahrt auf der Autofähre von Konstanz nach Meersburg. Also langweilig. Aber ich hab mich an Deck breit gemacht und mir dann mit Lesen und Dösen die Zeit vertrieben. Eigentlich hätte ich ewig so auf dieser Fähre dahinschippern können, ewig das blaue Meer, den Horizont und die ab und zu vorbeiziehenden Inseln beobachten können... Aber alles hat ein Ende und so soll es jetzt auch mit dieser Urlaubsgeschichte sein. Tschüssi!!

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Hongkong und Macau

Nachdem mein letzter Visa-Trip nach Kambodscha schon einige Monate zurücklag, wurde es mal wieder Zeit, aus Thailand auszureisen und sich einen weiteren Stempel in meinen Pass zu holen. Also warum nicht ins nur wenige Flugstunden entfernte Hongkong reisen und ein bisschen chinesische Luft schnuppern (obwohl es ja nicht die beste Luft dort sein sollemotion)?

 

Da die Kosten für den Flug nach Hongkong mein Reisebudget aber gesprengt hätten, haben ich und meine Reisebegleitung Minh uns für einen billigeren Flug auf die kleine (Halb-)Insel (??) Macao entschieden, von der aus man mit der Fähre problemlos nach Hongkong kommt.

Zur Info: Macao und Hongkong sind ehemalige portugiesische bzw. britische Kolonien und wurden in den 90er Jahren unter dem Motto „ein Land, zwei Systeme“ wieder in die Volksrepublik China eingegliedert. Beide Gebiete wurden zu autonomen Sonderverwaltungszonen erklärt, in denen ein demokratisch marktwirtschaftliches System herrscht. Das heißt zugegebenermaßen, dass Hongkong und Macao nicht typisch chinesisch, sondern schon sehr westlich beeinflusst sind. Naja, aber vielleicht wäre mir das „echte“ China zum Backpacken ein bisschen zu krass gewesen (hab schon viele Geschichten gehört&hellip. Da ist ein Städtetrip in eine chinesische Metropole, in der Englisch zweite Amtssprache ist, doch ein bisschen unkomplizierter. China für Anfänger sozusagenemotion

 

Macao

 

So hab ich dann in Macao zum ersten Mal (quasi-) chinesischen Boden betreten. Neben dem ungewöhnlichen Mix aus portugiesischer und chinesischer Kultur, wirbt Macao noch mit einer weiteren Attraktion: Macao ist mit seinen vielen Casinos ein absolutes Spielerparadies, also das Las Vegas Chinas. Naja, eher ein schwacher Las-Vegas-Abklatsch. Die in der Stadt verstreuten, kitschig aussehenden Casinos haben mich weder beeindruckt noch dazu veranlasst reinzugehen und zu zocken….

Interessant fand ich dann aber tatsächlich den portugiesischen Einfluss. Die mit maritimen Symbolen (Anker, Muschel, Krebs) bepflasterten Gehwege, die kolonialen Häuser sowie die Überreste einer alten Kirche schaffen ein mediterranes Flair, das aber durch chinesische Reklameschilder, Marktstände und Läden seltsam ergänzt wird. Ausgehungert und etwas überfordert vom portugiesisch-chinesischen Kulturen-Wirrwarr sind wir dann in einen japanischen Imbiss geflüchtet und haben uns eine leckere Nudelsuppe reingezogen (wortwörtlich;-). Auch abends haben wir weiteres kulturelles Sightseeing-Programm sausen lassen und sind ins Kino gegangen, um uns den neuen Harry Potter Film anzuschauen. Aber das war das erste und letzte Mal, dass ich in China ins Kino gegangen bin! Wir saßen auf unbequemen Sitzen in einem riesigen, voll besetzen Saal, der mehr an ein Theater als an ein Kino erinnerte (und dazu noch, wie überall in Asien, auf unangenehme Temperaturen heruntergekühlt war). Schlimmer war allerdings das Publikum. Offensichtlich ist es für die Chinesen normal ihr Abendessen im Kino einzunehmen und so wurde die Geräuschkulisse des Films in der ersten halbe Stunde akustisch mit lauten Schmatz-Geräuschen, Tüten-Geknister und Rülpsern ergänzt. Begleitet wurde das ganze von einem eklig säuerlichen Geruch der entweder vom Essen selbst oder von den Ausdünstungen des Publikums stammte. Widerlich und absolut nervig! Aber gut, wieder was gelernt…

Résumé von Macao: Mag sein, dass Macao für asiatische Touristen wegen des europäisch-mediterranen Flairs etwas Besonderes ist, aber für mich als Europäerin ist es nicht wirklich spannend. Insgesamt hat Macao auf mich irgendwie künstlich gewirkt. Als hätte sich der Architekt vom Europa-Park dort ausgetobt…

 

Hongkong

 

So war ich dann ganz froh, als ich nach einer ca. einstündigen Fahrt mit der Fähre in Hongkong angekommen bin. Wow, was für ein Anblick! Ich war schon von den Hochhäusern an diesem kleinen Hafen begeistert, dabei hatte ich die richtige Skyline, für die Hongkong so berühmt ist, noch gar nicht gesehen! (ja, ja… Dorfkind;-). Denn Hongkong besteht aus zwei Teilen, einem Teil Festland (Kowloon) und der Insel Hongkong Island. An den beiden sich gegenüberliegenden Ufern befinden sich riesige Wolkenkratzer, so dass Hongkong gleich mit zwei  gigantischen Skylines aufwarten kann. Nachdem wir in unserem Hostel auf dem Festland eingecheckt hatten, bin ich gleich mal nach Hongkong Island gefahren (mit der Metro), um dort ein bisschen herumzulaufen. Ich hatte Sightseeing-mäßig nicht wirklich etwas geplant, aber wie es halt so ist, wenn man kein bestimmtes Ziel hat und verplant rumläuft, hab ich die ein oder andere Sehenswürdigkeit ganz zufällig entdeckt. Zwischen den Wolkenkratzern hab ich dann auch einen wunderschönen tropischen Park entdeckt, in dem es eine riesige begehbare Vogelvoliere gab. Weil ich aber irgendwann ziemlich geschafft vom Rumlaufen und auch von der Hitze war, hab ich mich in einen Bus gesetzt und bin Richtung Stanley, einem Stadtteil auf der „Rückseite“ der Insel gefahren. Die Fahrt über die bergige Insel war der Hammer und ich kann jedem empfehlen das auch zu machen. Ich saß ganz vorne im oberen Teil des Doppeldecker-Busses und hatte somit einen super Ausblick. Die Straße schlängelt sich anfangs einen steilen Berg hinauf, wobei man einen atemberaubenden Blick auf ein Tal hat, aus dem die Hochhäuser wie gigantische Bäume wachsen. Hinter dem Berg wird das ganze ein bisschen ländlicher, es sind nur ein paar Hotels und Wohnsiedlungen zu sehen. Bald tauchen das Meer und die Küste im Blickfeld auf und Endstation ist schließlich Stanley, ein ruhiges Dörfchen an einem schmalen Strand. Dort bin ich dann ein bisschen herumgeschlendert und bei Einbruch der Dämmerung wieder zurück in die Stadt gefahren, um mir ein weiteres Highlight von Hongkong, die allabendliche Licht- und Lasershow „Symphony of Lights“ anzuschauen. Während dieser Show werden einige der Skyscrapers am Festland- und am Inselufer ausgeleuchtet und mit Lasern bestrahlt. Da man von der Fähre aus beide Ufer sehen kann und ich sowieso wieder rüber musste, habe ich die Show also von der Fähre aus beobachtet. Da ich keine Uhr anhatte, war ich mir nicht ganz sicher, ob die Show schon angefangen hatte… es haben ein paar der Gebäude bunt geblinkt und es waren auch ein paar Laserstrahlen zu sehen, aber irgendwie hatte ich es mir beeindruckender vorgestellt. Vielleicht war das ja erst das Vorprogramm?? Aber nein, war es nicht, nach 10 Minuten war Schluss. Sorry, aber da hat sogar das Melo in Kaufbeuren eine bessere Lasershow…emotion Trotzdem, auch ohne psychodelisches Geblinke ist die nächtliche Skyline von Hongkong ein echtes Highlight.

Am nächsten Tag bin ich auf eine kleine Nachbarinsel gefahren, Lantau Island, um mir den „Big Buddha“, eine riesige Buddhafigur auf einem Berg, anzusehen. Um auf diesen Berg zu kommen, gibt es zwei Möglichkeiten: man kann den Bus nehmen oder die Seilbahn. Obwohl mich der Preis und die lange Warteschlange abgeschreckt haben, hab ich dann doch die Seilbahn genommen. Mein Motto: Nutz die Gelegenheit! Bist ja (wahrscheinlich) nur einmal hier! Außerdem find ich Seilbahnfahren toll emotion Und es hat sich gelohnt! Ich wurde mit einem  sagenhaften Blick auf vernebelte Berghänge belohnt. Angekommen bin ich dann in einem Dorf, das allein für touristische Zwecke gebaut wurde. In diesem Fall mal was Gutes, da dort eine äh… traditionelle chinesische Trommel-Show stattgefunden hat (keine Ahnung wie man das nennt, ihr wisst was ich mein&hellip. Fand ich cool! Zum Big Buddha war es dann nur noch ein kurzer, aber recht steiler Weg (viele Stufen&hellip. Echt ein riesen Ding! Anfangs war es ziemlich neblig, so dass man den Kopf des Buddhas nicht mehr sehen konnte. Nach ein paar Minuten wurde die Luft aber klarer und der auf einer Loutsblüte sitzende Buddha war vollständig zu sehen. Heim bin ich dann übrigens mit dem Bus gefahren; der Fahrer rast zwar wie ein Irrer den Berg runter, aber es ist eine sehenswerte Strecke. Abends bin ich mit einem weiteren Touristen-Beförderungsmittel, der Peak Tram, zum höchsten Punkt auf HK Island gefahren. Das besondere an der Peak Tram ist, dass sie ihre Passagiere in extrem steilen Winkel den Berg hoch befördert (und dass das Ding seit hundert Jahren in Betrieb ist und immer noch funktioniert;-). Oben angekommen, hatte ich wieder einmal einen tollen Ausblick auf die leuchtende Mega-Metropole. Tja, was soll ich sagen? Muss man mal gesehen haben…

Am nächsten Tag hatte ich tatsächlich noch ein Ziel: ich wollte unbedingt in einen der berühmten Tempel, in denen riesige Räucherspiralen hängen, sehen. Und wie das so ist, wenn man was sucht: man findet’s nicht! Zumindest nicht ohne eine Odyssee hinter sich zu bringen. In meinem Fall eine Odyssee durch Einkaufszentren. Denn in diesem Stadtteil von HK Island sucht man vergeblich nach Fußgänger-Überwegen, man muss vielmehr durch zig Einkaufszentren latschen, die durch Überführungen miteinander verbunden sind. In den Einkaufszentren sind tatsächlich Wegweiser, aber sehr unregelmäßig, weshalb ich wohl einige Umwege gelaufen bin. Schließlich bin ich aber in dem Viertel angekommen, wo sich irgendwo der kleine Tempel befinden sollte. Weils mir dann zu doof war, noch ewig rumzusuchen, habe ich eine Händlerin nach dem Man Mo Tempel gefragt.  Die hat mir dann freundlicherweise gleich so was wie eine Karte gezeichnet, ohne die ich den winzigen Tempel wohl nie gefunden hätte. Ich musste versteckte Treppen rauf, durch irgendwelche Hinterhöfe, Seitengassen und dann… immer der Nase nach. Denn die Räucherspiralen konnte man schon von weitem riechen. Irgendwie komm ich halt doch immer ans Zielemotion. Leider wurde es dann auch schon wieder Zeit mich auf den Rückweg nach Macao zu machen, mein Flieger zurück nach Bangkok ging ja von dort aus. Hab noch einen kleinen Abstecher zum Jade-Markt gemacht, bevor ich meine Sachen gepackt und wieder per Fähre zum Flughafen in Macao gefahren bin. Die Heimreise ist dann, abgesehen von der 2-stündigen Verspätung meines Flugs, problemlos verlaufen. Joa, das wars dann auch schon, von meinem China-Trip!

 

15.8.09 15:57, kommentieren

Bangkok

Krungthep mahanakhon amonratanakosin mahintara ayuthaya mahadilok popnopparat ratchathani burirom udomratchaniwet mahasathan amonpiman avatanasathit sakkathattiya witsanukamprasit. So heißt Bangkok offiziell. Obwohl ich das nicht mal annähernd aussprechen kann, hat mich das natürlich nicht davon abgehalten Bangkok näher kennenzulernen. Da Pattaya nur ca. 140 km von Bangkok entfernt liegt, hatte ich dazu auch öfters die Gelegenheit.

Und wo landet man als Tourist in Bangkok wohl als erstes? Ganz genau, im Backpacker-Mekka schlechthin, in der Khao San Road. In dieser Straße reihen sich abwechslend Hostels und Bars aneinander und Abends füllt sich die Straße mit hunderten von Thailand-Reisenden, die durch die Marktstände streifen und die Bars bevölkern. Nachdem man in Pattaya nur alte Säcke sieht, war der Anblick der vielen, meist jungen Backpacker eine willkommene Abwechslung. Aber ich muss sagen, dass mir die Touristenmasse irgendwann auf die Nerven gegangen ist und deshalb die Khao San Road für mich nicht gerade ein Highlight in Bangkok ist. Schon allein deswegen, weil sich dort auch die unfreundlichsten Taxi- und Tuk Tuk Fahrer Thailands versammeln. Ich würd das fast schon eine Tuk Tuk Mafia nennen. Oder ein Tuk Tuk Monopol. Deshalb verlangen die auch unverschämte Summen für eine Fahrt. Ich und Marina saßen einmal auf der Khao San fest. Wir wollten ein Taxi zum Bahnhof nehmen, weil das für zwei Leute in der Regel billiger, v.a. sicherer ist als ein Tuk Tuk, aber so ein fieser, hartnäckiger Tuk Tuk Fahrer hat die Taxis, die wir angehalten haben, "vergrault". Hat irgendwas auf thailändisch zu den Fahrern gesagt, die dann sofort weitergefahren sind. Ich hätte ausrasten können! Es hat in Strömen geregnet und wir waren hundemüde wegen der langen Reise, die wir hinter uns hatten. Aber wir hatten keine andere Wahl. Wie eine gehängte Sau ist der Fahrer mit uns dann durch das regennaße, Rush hour-verstopfte Bangkok gerast. Naja, ein Abenteuer mehr auf meiner Reiselisteemotion

Glücklicherweise hat Bangkok noch einiges mehr zu bieten als die Khao San Road. In Bangkok gibt es hunderte von Tempeln und natürlich den riesigen Königspalast. Den konnte ich bis jetzt allerdings nur von weitem bestaunen, war leider noch nicht drin... aber ich bin ja noch einen Monat hier. Dafür habe ich einige andere Tempel gesehen, wie z.B den Golden Mount Temple. Dieser Tempel steht nicht wirklich auf einem Berg, wie der Name sagt, er ist vielmehr selber der Berg. Der Felssockel geht irgendwann über in eine hohe weiße Mauer und eine lange Treppe windet sich um das Runde Gebilde hoch zum Tempel. Von dort aus hat man einen sagenhaften Blick über Bangkok. Aber auch in einigen kleineren Tempeln war ich, wo man hauptsächlich Buddhas in allen Größen und Formen bestaunen kann. In einem Tempel hab ich einen etwas naja... unschönen thailändischen Brauch kennengelernt. Ein alter Mann hat Vögel, die in winzig kleine Käfige gesperrt waren, verkauft. Wenn man sie auf dem Tempelgelände frei lässt, soll das angeblich Glück bringen. Weil mir die armen Viecher leid taten (einer der Vögel war schon tot), hab ich einen Käfig gekauft und drei Vögeln die Freiheit geschenkt. Wieder was fürs Karma getanemotion

Auch gibt es einige riesige Märkte in Bangkok, der größte davon ist der JJ-Market (Jatuchak oder so...). Obwohl ich nicht gerade ein Shoppingfan bin, hat mir der eigentlich ganz gut gefallen. In der Nähe des Lumphini Parks gibt es einen schönen Nachtmarkt. Auch ganz nett da, aber wie gesagt, ich kann mich nicht wirklich fürs Shopping begeistern. Umso mehr konnte ich mich dafür für einen kleinen Affen, der einem Standbesitzer gehörte, begeistern. Ich glaube ich bin 10 Minuten einfach nur dagestanden und hab den Affen beobachtet. Ich hab halt ein Faible für jede Art von Tier...

Am liebsten mag ich es aber ohne jeden Sightseeing-Zwang durch Bangkok zu schlendern oder in den Parks, wie eben erwähnter Lumphini Park, zu chillen. Oder ein bisschen mit der Skytrain durch die Gegend zu fahren. Oder eine der vielen Flußfähren nehmen und den Blick auf die beiden Ufer des Flußes genießen.

In Kurzform nennen die Thais ihre Hauptstadt übrigens Krung Thep, Stadt der Engel. Fragt mich nicht, warum sie so genannt wird (ich wusste nicht, dass es im Buddhismus Engel gibt?!). Aber ein bisschen was vom Paradies hat sie ja schonemotion

1 Kommentar 4.8.09 16:59, kommentieren

Ko Phangan

Sawadee ka, meine Lieben zu Hause und sonst wo!

Mein allerletzter Monat hier in Thailand hat begonnen und ich kann nicht glauben, dass die Zeit so schnell vergangen ist!

Leider war ich in letzter Zeit mal wieder ein bisschen faul und hab meinen Blog zugegebenermaßen ziemlich vernachlässigt... dabei hab ich doch seit Kambodscha wieder einiges erlebt! Also, auch wenn ich euch das alles bald persönlich erzählen kann (worauf ich mich sehr freue), der Vollständigkeit halber werd ich jetzt ein bisschen was von dem schreiben, was ich die letzten zwei Monate so gemacht habe...

Anfang Juni, kurz nach meinem 21. Geburtstag, habe ich mir selbst ein Geschenk gemacht und mir einen kleinen Urlaub auf der Party-Insel Ko Phangan gegönnt. Ko Phangan ist Heimat der berühmt-berüchtigten Full Moon Party, der Party, die jeden Monat zu Vollmond massenweise Althippies, Raver und partyhungrige Backpacker an den Paradiesstrand Had Rin zieht (ich zähl mich übrigens zu keiner dieser Gruppen, bin mehr der muss-man-mal-gesehen-haben-wenn-man-in-Thailand-wohnt-Typ).

Mit meiner Freundin Minh, auch eine Praktikantin bei Bosch, hab ich mich auf den Weg nach Ko Phangan gemacht. Und es war ein laaaaaaanger Weg...  Wir hatten zwar billige Flugtickets ergattert, aber da wir auf dem Festland (Surathani) gelandet sind, dann 2 Stunden mit dem Bus zur Fähre fahren mussten und die Fahrt mit der Fähre 4 Stunden oder so gedauert hat, waren wir fast einen ganzen Tag lang unterwegs! Und hier ein guter Tipp: man fliegt am besten gleich auf Ko Samui und nimmt dann die Fähre, was ca. eine Stunde dauert. Es ist zwar etwas teurer nach Ko Samui zu fliegen, weil nur die teure Airline Bangkok Airways den kleinen Flughafen dort anfliegt, aber mit Bus- und Fährfahrt kommt man vom Festland aus nahezu auf denselben Preis.

Auf jeden Fall sind wir dann total geschafft irgendwann um 7 oder 8 Uhr (??) auf Ko Phangan angekommen. Weil über das Internet kein einziges Hostel buchbar war, standen wir dann auch quasi obdachlos da. Aber das war überhaupt kein Problem, da an der Anlegestelle wieder massenweise "Schlepper" warteten, die die müden Backpacker in ihre Hostels lotsten. Wir haben uns schließlich in einen Baht-Bus gesetzt, dessen Fahrer uns angeboten hatte, uns in den Süden der kleinen Insel zu fahren, dort, wo sich die meisten Hostels befinden (und der Party-Strand). Die rasante Fahrt über die extrem hügelige und dicht bewachsene Insel wurde von einem kräftigen Monsun-Schauer begleitet, weswegen wir dann klatschnaß an unserem Ziel angekommen sind. Nach kurzer Suche haben wir uns in einem tollen Guesthouse, dem Black&White Guesthouse, einquartiert, wo wir ein schickes Zimmer mit Balkon direkt auf das Meer hatten. Ausgehungert wie wir waren, haben wir uns dann gleich in ein nettes, gut besuchtes Restaurant in der Nähe gesetzt und lecker und gut gegessen. Dadurch gestärkt, haben wir den Abend auf der "Aufwärm-Party" am Had-Rin ausklingen lassen. Denn meist wird schon einige Tage vor Vollmond der Strand zur Open-Air-Disco umgewandelt. Ok, eigentlich ist auf dieser Insel immer Party, es gibt ja auch Half Moon, Black Moon und was weiß ich noch für andere Parties, aber eben nur an Vollmond geht es richtig ab.

Um unsere Kräfte zu schonen haben wir dann am nächsten Tag bis Mittags gepennt, sind dann am Strand frühstücken gegangen und haben beschlossen den Tag gechillt am Strand zu verbringen. Aber welcher Strand? Der Had Rin ist ein wirklich schöner Strand, aber eben zu Vollmond-Zeiten unangenehm voll. Und weil wir keine Lust hatten uns in die Masse sonnengeölter, wie hähnchen-bratender  Spaßtouristen einzureihen, sind wir einfach mal auf ein Longtail-Boot, das typische thailändische Wassertaxi, gestiegen. Diese fahren Strände rund um die Insel an. Nachdem schon zwei "Taxiinsassen" an einer kleinen Bucht abgeladen worden waren, hat uns der Kapitän gefragt, wo wir eigentlich hinwollen. In den Norden, haben wir gemeint, da solls am schönsten sein. Tja, doof nur, dass der Kapitän von uns dafür 1000 Baht verlangt hat. Und so viel hatten wir nicht mal annähernd dabei! Hier ist mir wieder mal klar geworden, dass es da, wo viele Touris sind, verdammt teuer ist...

Auf jeden Fall saßen wir da ein bisschen in der Zwickmühle, immerhin waren wir mitten auf dem Meer und da kann man ja nicht einfach so aussteigen. Der Kapitän hat dann aber angeboten uns an den nächsten Strand zu fahren und uns in ein paar Stunden wieder abzuholen (anders wären wir von dem Strand auch nicht mehr weggekommen). Das war dann auch in unserem Budget drin. Und wieder einmal hatten wir unglaublichen Dussel, denn der Strand, an dem wir letztendlich gelandet sind, war ein absoluter Traumstrand! Menschenleer, weißer Sand, umgeben von hohen Felsen, Palmen-Dschungel und dazwischen ein paar leerstehende Bungalows. Wir mussten schon recht weit vor dem Ufer ins Wasser springen, da das Ufer zu flach für das Boot war. Also Klamotten runter, die Taschen hoch über dem Kopf, sind wir in die Wellen, wo uns dann das Wasser bis zur Brust stand.. Und weil ziemlich starker Wellengang war, mussten wir zugegeben ein bisschen kämpfen um an den Strand zu kommen. Aber endlich!! Der Strand!! Nachdem wir unsere Sachen ausgebreitet hatten (zwei einsame Handtücher im weißen Sand), haben wir den Strand ein bisschen erkundet. Überall standen die kleinen, verlassenen Bungalows, die, wie ich vermute, nur zur Hochsaison betrieben werden. Weiter hinten haben wir eine Schaukel an einer Palme entdeckt und direkt dahinter war tatsächlich ein bewohntes Haus. Zwei Thais haben sich kurz blicken lassen, aber uns dann nicht weiter gestört (kein nerviges "You want Massage?". Bis uns das Boot wieder abgeholt hat, haben wir dann am Strand gedöst, im Meer gebadet und die Ruhe genossen. Wieder zurück in der Zivilisation, haben wir deren Vorzüge genossen und das übliche Abendprogramm, lecker Essen gehen und dann Party am Strand, durchgezogen.

 Am nächsten Tag bin ich zum Tauchen gegangen. Die Gegend soll eine der besten in Thailand sein, v.a. nahe Ko Tao, der Nachbarinsel. Im Juni sollen dort auch immer viele Walhaie unterwegs sein. Leider hab ich keinen gesehen, aber ich bin ja auch erst am Anfang meiner Tauchkarierreemotion  Nach gerade mal drei Stunden Schlaf hab ich mich morgens um halb sieben aufgemacht zur Tauchschule. Mit dem Instructor und zwei anderen Tauchern, bin ich ans andere Ende der Insel gefahren, wo schon ein Tauchboot und naja, ca. 15 andere Taucher gewartet haben. Zur Vollmondzeit sind halt wohl auch viele Taucher auf Ko Phangan...

Wir sind zu einem Felsen mitten im Meer gefahren, dem Sail Rock, der zwischen Ko Phangan und Ko Tao liegt. Dieser Tauchspot ist einer der beliebtesten in der Gegend, weil man in Tiefen von 20 bis 30 Metern um den Felsen herumtauchen und schließlich einen Kamin, also einen senkrecht nach oben gehenden Tunnel hinauftauchen kann. Das war dann schließlich auch das Highlight meiner beiden Tauchgänge. Denn obwohl ich wieder unglaublich schöne Unterwasserwelt beobachten konnte, war die Sicht leider wieder sehr schlecht und die Strömung sehr stark, so dass das ganze ziemlich anstrengend wurde. Und ehrlich gesagt, war ich auch ein bisschen aufgeregt, es war ja der erste Tauchgang ohne meinen Lehrer. Und dann auch noch mitten im Ozean abzutauchen und nicht in der Nähe eines sicheren Ufers... für mich Adrenalin pur. Aber wie gesagt, ich bin ja erst am Anfang. Die Heimfahrt hab ich dann total verschlafen. Der fehlende Schlaf der vorigen Nacht hat sich bemerkbar gemacht und die Anstrengung vom Tauchen hat mir den Rest gegeben. Denn nicht nur unter Wasser bin ich gegen die Strömung angeschwommen, auch über Wasser musste ich kräftig paddeln. Da nämlich viele Tauchgruppen am Sail Rock waren, musste unser Boot ganz hinten "parken". Deshalb mussten wir bei ziemlich heftigem Seegang bestimmt 50 Meter zum Abtauch-Seil schwimmen. Mit der Ausrüstung, echter Hochleistungssport... am Ende aber konnte ich stolz zwei weitere Tauchgänge in mein Logbuch eintragenemotion

Am Abend war ich dann aber wieder fit für die Party der Parties: die FULL MOON PARTY!!!!! Am ganzen Strand entlang reihen sich bunt ausgeleuchtete Bars, aus denen laute Party-Musik drönt, während die Stimmung durch ein paar thailändische Feuer-Artisten angeheizt wird. Um im Dunkel auch richtig aufzufallen, tragen die meisten leuchtende Ketten und Armbänder oder lassen sich mit fluoreszierenden Neon-Farben bemalen (ja ich gebs zu, ich hab mir auch einen leuchtend blauen Gecko auf den Arm malen lassen). Nach Mitternacht gings dann richtig ab, da wurde es auch richtig voll. Tausende von Leuten haben barfuß im Sand getanzt bzw. haben hektische, tanzartige Bewegungen vollführt (das nennt man dann wohl Raven...). Natürlich haben auch wir uns unters Partyvolk gemischt und unter Palmen und einem leuchtenden Vollmond bis zum Morgengrauen getanztemotion

So richtig konnten wir den allerdings nicht genießen, da unsere Fähre zurück zum Festland schon eine halbe Stunde später  losfuhr. Also haben wir schnell unsere Rucksäcke geholt, einen letzten Blick auf das Full Moon Party Dorf geworfen und sind schließlich auf zum Hafen. Auf der Fähre hab ich mich dann auf Deck ausgebreitet (Strandhandtuch sei Dank) und vier Stunden Schlaf nachgeholt. Der Rest ist jetzt auch nicht mehr besonders spannend, es war wieder eine seeeehr laange Heimreise... obwohl, beim Heimflug sind wir doch tatsächlich in einen Tropensturm geraten. Ich bin am Fenster gesessen und konnte beobachten, wie der Himmel um uns herum immer wolkiger und dunkler wurde, bis wir schließlich mitten im Unwetter waren. Das Flugzeug hat gewackelt und immer wieder hat man die Turbinen aufheulen hören. Regen ist gegen das Fenster gepeitscht und die düstere Wolkenwand wurde ab und zu durch einen Blitz erleuchtet. Normalerweise bin ich da ja nicht so ängstlich, es war eigentlich auch gar nicht so wahnsinnig schlimm... aber man hatte halt doch den Air France Absturz von der Woche zuvor im Kopf...emotion

Es ging aber alles gut und ich bin auch wohlbehalten wieder im sch... schönen Pattaya angekommen.

So, ich muss jetzt ins Bett. Ich hoff meine kreative Schreibphase hält noch ein paar Tage an, dann kann ich euch ein bisschen was von Bangkok und Hongkong erzählen. 

Bis dahin, gute nacht!emotion

3.8.09 17:50, kommentieren

Kanchanaburi

Dank eines buddhistischen Feiertages hatten wir im Mai gleich nochmal ein verlängertes Wochenende, das wir natürlich nicht ungenutzt lassen konnten. Da sich für drei Tage allerdings keine lange Reise gelohnt hätte, haben wir uns dazu entschlossen das relativ nahe gelegene Kanchanaburi im Nordwesten Thailands zu besuchen. Der Name Kanchanaburi sagt euch jetzt vielleicht nichts, aber vielleicht kennt ihr ja das Buch bzw. den Film „die Brücke am Kwai“, dessen Handlung an genau diesem Ort stattfindet. Da ich den Film vor langer Zeit mal gesehen hatte (bzw. halb, bin eingschlafen, was nicht unbedingt für die Qualität des Films spricht), wusste ich, dass dieses Gebiet im zweiten Weltkrieg eine wichtige Rolle in Asien gespielt hat. Obwohl ich nicht besonders scharf darauf war irgendwelche Museen und Kriegsdenkmäler abzuklappern (hab schon genug gesehen), war ich doch neugierig darauf mehr über die südostasiatische Beteiligung am zweiten Weltkrieg zu erfahren. Aber mehr dazu später, denn Kanchanaburi ist nicht nur berühmt für seine Geschichte, sondern auch für einige wunderschöne Nationalparks in der Nähe…

Das war für uns der größte Reiz, da wir endlich wieder mal dem hektischen, lauten Pattaya entfliehen und stille Natur genießen wollten. Der ganze Nordwesten Thailands ist bergig und noch von Dschungel bewachsen und weniger erschlossen als andere Touristengebiete, da es direkt an der Grenze zum militärregierten Myanmar liegt.

So war dann auch unsere Unterkunft in Kanchanaburi ein einfacher, aber schöner Bungalow direkt am Fluss Kwai. Da es viel zu sehen gab, wir aber wie immer nur sehr wenig Zeit hatten, haben wir schließlich eine Ein-Tages-Sightseeingtour gebucht, die so alles beinhaltet hat, was man in Kanchanburi mal gesehen haben muss. So richtig begeistert war ich davon ja nicht, weil ich lieber was auf eigene Faust unternehme, als mich mit zig anderen Touristen nach minutiösem Zeitplan von einer Attraktion zur nächsten karren zu lassen. Meine Stimmung hat dann ihren Tiefpunkt erreicht, als ich im Minivan unsere „Mitreisenden“ kennengelernt habe: zwei alte, nervige, überdrehete Säcke mit ihren Ladyboys. Wir konnten Pattaya einfach nicht entkommen…

Es waren glücklicherweise aber noch zwei Backpacker dabei, die das Niveau der Gruppe wieder auf ein erträgliches Maß gesteigert haben. Und als wir auf dem Weg zur ersten Station, einem Nationalpark, durch unglaublich schöne Landschaften gefahren sind, hat sich meine Stimmung dann auch wieder aufgehellt. Der Nationalpark, in den wir gefahren sind, ist berühmt für einen 7 stufigen Wasserfall, dem Erawan-Wasserfall, angeblich der schönste in Südostasien. Um uns den ganzen Wasserfall anschauen zu können, haben wir dann drei Stunden „Freigang“ bekommen. Das war eine gute Gelegenheit um die Rentner und ihre Spielgefährten abzuhängen. Also sind wir zügig Richtung Stufe 1 losmarschiert. Die erste Stufe ist wohl das größte Becken und am bequemsten zu erreichen, weshalb sich dort schon am Morgen viele Thais tummelten um zu baden. Also gings weiter zur nächsten Stufe, von da an bergauf, immer am Flusslauf entlang. Je weiter wir gelaufen sind, desto dichter wurde der Dschungel und es waren immer weniger Leute zu sehen. Sogar zwei Affen haben sich in den Bäumen blicken lassen. Obwohl jede Stufe und jedes kleine Zwischenbecken zum Rasten und Schwimmen eingeladen hat, sind wir ca. eineinhalb Stunden bergauf gewandert, um die fünfte Stufe zu erreichen. Und hier hab ich mein persönliches Dschungel-Badeparadies gefunden. Die fünfte Stufe besteht aus zwei großen Becken und mehreren Zwischenbecken, die versetzt am Hang liegen. Kaum angekommen, hab ich mich dann auch schon ins kühle Nass gestürzt und angefangen die vielen kleinen Becken zu erkunden. In einem etwas tiefern Becken hat mich dann auf einmal etwas in den Fuß gezwickt, woraufhin ich natürlich erstmal einen riesen Schrei losgelassen hab (peinlich…. Achja, das hatte ich vergessen: in fast allen Becken gibt es „Massagefische“, kleine Fische, die an der Hautoberfläche knabbern. Naja, „klein“. Die Fische im fünften Becken waren tatsächlich klein, so groß wie mein Daumen, aber ich hab in den unteren Becken Fische gesehen, die in etwa so groß wie mein Arm waren…

Auf jeden Fall hatte mich das kleine Mistvieh genau in eine offene Wunde an meinem Fuß gebissen und weil sich das für mich nicht gerade nach Massage angefühlt hat, hab ich mich schleunigst daran gemacht, ins nächste Becken zu kommen. Dazu musste ich meinen Hintern allerdings erst mal auf einen versteinerten Baumstamm hiefen, der quasi den Rand des höher gelegenen Beckens gebildet hat. Die Mühe hat sich aber gelohnt, denn das kleine Zwischenbecken, durch das beständig Wasser floss, war vollkommen fischfrei. Praktischerweise war im Boden des flachen Steinbeckens eine Kuhle, in die eben erwähnter Hintern formgenau reinpasste, so dass ich entspannt im strömenden Wasser fläzen konnte. Über mir spannte sich ein Blätterdach auf, dass von der Sonne smaragdgrün erleuchtet wurde und zu hören waren nur Wassergeplätscher und exotische Urwald-Geräusche...

Irgendwann wurde es dann aber Zeit wieder zu unserer Reisegruppe zurückzukehren, um uns auf den Weg zur nächsten Sehenswürdigkeit zu machen: dem Hellfire Pass und dem dazugehörigen Museum. So. Und jetzt ne kleine Geschichtsstunde: während des Zweiten Weltkriegs haben japanische Besatzer dort alliierte Kriegsgefangene (hauptsächlich Australier, Engländer und Niederländer) sowie Zwangsarbeiter aus ganz Südostasien dazu gezwungen, eine Eisenbahn entlang der Invasionslinie nach Myanmar zu bauen. Diese Eisenbahnlinie wird heute nur noch "Death Railway", Todesbahn, gennant, weil tausende Gefangene infolge der brutalen Behandlung durch die Besatzer starben. Mit einfachsten Werkzeugen, Hammer und Meisel, mussten die Arbeiter Einschnitte in die bergige Landschaft schaffen, um die Schienen verlegen zu können. Der berühmteste Einschnitt ist der 110m lange Hellfire Pass. Dort mussten die Gefangenen in Schichten rund um die Uhr schufften und weil nachts das Feuer der Fackeln, das Schatten der Arbeiter an die Felswände warf, an das Höllenfeuer erinnerte, erhielt der Pass eben diesen Namen. Die meisten der Gefangenen, die an diesem Abschnitt arbeiteten, sind dabei gestorben. Als ich durch den Pass gelaufen bin, konnte ich mir nicht vorstellen, was für eine Hölle das gewesen sein muss. Schon das langsame Durchschlendern hat mich fertig gemacht, weil es wieder mal schätzungsweise 40° hatte. Und als ich die meterhohen Felswände hochgeschaut hab, konnte ich mir auch nicht vorstellen, dass sich diese Menschen tatsächlich eigenhändig durch einen so mächtigen Felsen gegraben haben...

Schließlich kamen wir zum letzten Teil der Tour, die mit einer Fahrt in der "Death Railway" endete. Von der Bahn aus, die sich auf hohen Schienen an Felswänden entlang schlängelt, hat man einen super Blick auf den Fluß, aber ich würd mal sagen, das klapprige Ding trägt auch heute noch seinen Namen zu Recht. Oh moment, das war gar nicht der letzte Teil! Wir haben im Anschluss dann noch DIE Brücke angeschaut, aber war, naja, war halt ne Brücke... die is ja auch nur so berühmt, weil Pierre Boulle ihr mal einen ganzen Roman gewidmet hat;-)

Abends haben wir uns dann noch mit den zwei Backpackern, die wir kennen gelernt hatten, zum Essen getroffen. Auf dem Weg zu Treffpunkt, haben wir noch einen kleinen Abstecher in ein chilliges Internet-Café gemacht. Und das war ein Glücksttreffer, denn der Betreiber, ein sympathischer Thai namens Day, hat uns eingeladen, denn restlichen Abend dann noch mit ihm und seinen Freunden zu verbringen. So haben wir dann den Abend in einer lustigen, Thai-Europäisch gemixten Runde in einer Bar mit Live-Band verbracht. Und weil Day nicht nur Betreiber eines Internet-Cafés ist, sondern freiberuflich ab und zu auch mal als Touri-Führer arbeitet, hab ich für den nächsten Tag gleich mal die nächste Sightseeing-Tour klar gemacht.

Und endlich hatte ich, was ich wollte: keine pauschal Touristen-Tour, sondern einen kleinen Ausflug mit einem Local auf seinem Roller! Besser geht's nicht! Wir sind dann raus aus der Stadt und einfach mal Richtung Pampa gefahren, dabei aber immer den Fluß im Blick, der sich immer mehr zu einem riesigen See ausgeweitet hat. An einem Bergtempel haben wir schließlich Halt gemacht und "Berg" heißt leider immer auch: Treppen steigen. Aber was für Treppen! Den ganzen Berg hoch hat sich ein riesiger Drache geschlängelt und um hinaufzugelangen, musste man durch das Maul des Drachen und durch seinen Bauch steigen. Das soll angeblich Glück bringen. Verschwitzt und hoffentlich glücklich sind wir dann in der Höhle, in der ein riesiger Buddha stand, angekommen. Um einen Ausblick über Kanchanaburi und Umgebung zu haben, sind wir noch ein paar Treppen höher gestiegen, wobei ich mir saftig die Füße an einigen von der Sonne erhitzten Metalstufen verbrannt habe (im Tempelinneren muss man ja auch immer barfuß rumlaufen...). Weiter gings dann zu einem anderen Tempel, der so riesig war, dass man ihn und den im Tempel thronenden goldenen Buddha schon von weitem sehen konnte. Dort raufzulaufen haben wir uns dann aber erspart...

Day hat mir dann noch seine zwei Lieblingsplätze gezeigt, zuerst eine Art Staudamm, wo er immer Fischen geht, und schließlich noch das Strandbad an dem gestauten See, wo sich die Locals treffen, um zu baden und Spaß zu haben. Hat mich so ein bisschen an den schönen Bodensee erinnert...;-)

Leider war die Zeit, die ich für den Ausflug hatte, schon vorbei, da wir uns auf den Heimweg nach Pattaya machen mussten. Blöd, dass ich so wenig Zeit hatte. Ich wäre gern noch ein bisschen in dieser Gegend herumgereist, Richtung Grenze, wo man als Backpacker noch unberührte Natur, entlegene Dörfe und weitere paradiesische Wasserfälle im Dschungel entdecken kann.

Vielleicht ein anderes Mal...

20.6.09 20:52, kommentieren

Under the Sea...

Ich hab mal in mein Lokalsiten-Profil reingeschrieben, dass einen Tauchschein machen zu den fünf Dingen gehört, die ich in meinem Leben unbedingt machen will. Da hab ich allerdings auch reingeschrieben, dass ich meinen eigenen Stadtstaat gründen will, am besten in Herzform. So viel zur Ernsthaftigkeit meines Vorhabens. Damals konnt ich aber auch noch nicht ahnen, dass ich mal in Thailand leben werde, genauer gesagt in Pattaya, wo es an jeder Ecke eine Tauchschule gibt.

 Also dachte ich mir, "hey, jetzt oder nie!" und hab mich kurzerhand für einen dreitägigen Tauchkurs angemeldet. Praktischerweise hatten auch wir in Thailand am 1. Mai frei, weshalb ich das ganze an einem Wochenende durchziehen konnte. So hab ich mich dann am Freitag morgen, zugegeben etwas nervös, auf den Weg zur Tauchschule gemacht, wo mich schon mein Tauchlehrer erwartet hat. Ein supernetter Typ, halb Pole, halb Ungar, der perfekt deutsch konnte. Mit zwei anderen Tauchschülern, einem US Soldaten und einem Iraker (kein Witz!!), gings dann ab zum Trainingsschwimmbad. Von uns dreien hab dann allerdings nur ich den Tauchkurs zuende gemacht. Diese Luschen... naja, wenn man nicht gescheid schwimmen kann, sollt man halt auch keinen Tauchschein machen. Erst mal das Seepferdchenabzeichen...

 Auf jeden Fall, nach ein paar Schwimmübungen und nachdem ich meine Tauchausrüstung angelegt hatte, gings dann auch schon los. Ich bin abgetaucht und konnte atmen!! Ein echt seltsames Gefühl, wenn man den ersten Atemzug unter Wasser macht. Man hört sich dann selber so Darth-Vader-mäßig atmen. Hab dann alles gelernt, was man als Taucher grunsätzlich so beherrschen sollte. Nach dem praktischen Teil im Pool, kam dann allerdings noch der theoretische Teil. Laaangweilig! Aber da musste ich wohl oder übel durch.

Am zweiten Tag gings dann raus aufs Meer. Mit einem Tauchboot sind wir zur ersten Tauchlocation, Hat Nuan, gedüst. Der Wellengang an dem Tag war ziemlich heftig und ich war heilfroh, dass man mir in der Tauchschule noch eine Pille gegen Seekrankheit gegeben hat. Mit auf dem Boot waren noch ein paar andere Taucher, die dann, einer nach dem anderen, ins Wasser gesprungen sind. Als letzte kam dann ich an die Reihe. Ich hab ins schwarze Meer unter mir geschaut und dachte mir noch: "ey, wo is das kristallklare Wasser, das einem die Reiseprospekte immer versprechen?". Aber an dem Tag war nix mit guter Sicht, dazu war das Meer einfach zu aufgewühlt. Ok, nochmal Luft holen und mit einem großen Schritt vorwärts bin ich dann ins Wasser getaucht. Ich hab die Luft aus meinem Jacket gelassen und bin langsam abgetaucht. Zur Hilfe war ein Seil am Boot angebracht, an dem wir uns nach unten "hangeln" konnten, auf ca. 8m Tiefe. Als ich schon ungefähr 2m abgetaucht war, hab ich hinuntergeschaut und das Seil in schwarz-grüner Tiefe verschwinden sehen. Die Sicht an dem Tag war echt mehr als beschissen. Den Grund konnte ich erst sehen als ich 2m drüber war und dann gabs gleich die nächste Überraschung. Der Boden unter mir war übersäht von riesigen, schwarzen Seeigeln und ich bin unaufhaltsam tiefer gesunken!! Schnell was tun!! Ich hatte doch da irgendwas mit Luft ins Jacket lassen gelernt, nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig, wegen dingsbums, Komprimierung , und irgendwas mit Atmung, Tarierung??, und Druckausgleich nicht vergessen... echt, in dem Moment is mir dann nix bessere eingefallen, als wild mit Armen und Beinen zu paddeln, um nicht aufgespießt zu werden. Mein Tauchlehrer hat mir dann die richtige Menge Luft ins Jacket gelassen, so dass ich dann, zwar noch etwas wackelig, aber sicher über stachelige Meeresbewohner und scharfkantige Korallen hinwegschweben konnte. Nachdem mein Adrenalinspiegel wieder gesunken war, wurde ich entspannter und konnte meine Umgebung betrachten. Ich hab leider nicht weiter als höchstens drei Meter gesehen, war aber totzdem cool. Ich kann zwar nicht genau benennen, was ich gesehen habe, aber so viel kann ich sagen: es waren Fische. Dazu Korallen, bunte Anemonen und eben die Seeigel, die mich mit ihrem lila-blauen Auge von unten herauf angestarrt haben. Die meiste Zeit des Tauchgangs hab ich damit verbracht Übungen zu machen, es war ja auch Unterricht.

Die Sicht beim zweiten Tauchgang war noch schlechter, aber immerhin hab ich da eine Schildkröte gesehen. Die war riesig!! Die ist einfach nur am Meeresboden geschwebt und hat sich nicht bewegt, nicht mal als ihr drei Taucher auf die Pelle gerückt sind. Als ich über ihr hinweggeschwommen bin, hat sie mir mit großen, dunklen Augen nachgestarrt...

 Am zweiten Tauchtag war das Wetter und somit die Sicht unter Wasser um einiges besser. Lag wahrscheinlich auch daran, dass wir zu einer Tauchlocation gefahren sind, die weiter weg von dem dreckigen Pattaya lag. Mit einem zum Tauchboot umgebauten Fischerboot sind wir zur Insel Ko Rinn getuckert. Und endlich hatte ich mein kristallklares Wasser: bevor ich in die Tiefe gesprungen bin, konnte ich tatsächlich den felsigen Grund sehen. An diesem Tag war ich allein mit meinem Tauchlehrer, weil meine Kollegen ja, wie schon gesagt, aufgegeben hatten. So konnte ich meine Pflichtübungen, wie z.B. Maske unter Wasser ausziehen,  Notaufstieg und Navigieren, schnell und ungestört durchziehen, so dass ich und mein Tauchlehrer schnell zum spaßigen Teil übergehen konnten: einfach nur tauchen. Auch das mit der Tarierung hatte ich inzwischen ganz gut drauf (? >fragt Lisa...;-), so dass ich mich voll und ganz auf meine Umgebung konzentrieren konnte. Wieder hab ich bunte Anemonen, die, wenn man sie berührt, zusammenzucken oder ihre Farbe wechseln, gesehen. Kugelfische und... andere Fische sind an mir vorbei geschwommen und auch eine Schildkröte ist langsam vor mir vorbei gezogen. Man wird irgendwie ganz ruhig und entspannt, wenn man so langsam dahin schwimmt und das alles sieht...

Zwei solcher Tauchgänge hab ich an diesem Tag gemacht, beide Male auf ca. 15m Tiefe. Dazwischen gabs als Verpflegung leckeres, thailändisches Essen, in der Bordküche frisch zubereitet. Und ich hab fest zugelangt, denn Tauchen ist, wie ich finde, echt anstrengend und macht verdammt hungrig. Allein schon sich aus dem Wasser aufs Boot zu hiefen ist ein echter Kraftakt, weil der vollgesogene Tauchanzug und die Ausrüstung Tonnen wiegen!! Gefühlt zumindest...

 Am Ende des Tages hatte ich dann endlich meinen Open Water PADI Tauchschein. Ein tolles Gefühl! Ein Punkt auf meiner Lebenstraum-Liste ist damit tatsächlich schon abgehackt. Vielleicht klappt das mit dem eigenen Stadtstaat ja doch noch...emotion

1 Kommentar 31.5.09 13:42, kommentieren