Chiang Mai

Hallo Leute!

Ich weiß, hab länger nichts mehr von mir hören lassen, aber ich war in letzter Zeit ein bißchen schreibfaul. Ein Fehler, denn ich hab in den letzten paar Wochen wieder so viel erlebt von dem ich euch erzählen möchte, dass ich wahrscheinlich die ganze Nacht hier sitze... mal schauen wie weit ich heute komm

Dann fang ich am besten da an, wo ich letzes Mal aufgehört hab...

Chiang Mai

Es heißt, ein Stopp in Chiang Mai ist ein absolutes Muss für jeden Thailand-Backpack-Trip und ich kann jetzt auch verstehen warum. Umgeben von tropischem Dschungel und Bergen, mit Wassergräben, Stadtmauern und Tempeln wohin man schaut, ist Chiang Mai eine Stadt, in der man das Gefühl hat, Thailand wirklich zu erleben. Obwohl es die größte Stadt in Nordthailand ist (und obwohl ich während Songkran dort war), herrscht in Chiang Mai ein sehr gechilltes und gelassenes Flair, weshalb ich mich dort gleich wohl gefühlt habe. Das lag vielleicht auch daran, dass wir in einem, wie schon gesagt, sehr schönen und chilligen Backpacker-Hostel untergekommen sind. Das hieß glaub ich Gongkaew oder so... kann ich auf jeden Fall nur weiterempfehlen!!

Zugegeben, abgesehen von der Songkran-Sightseeing-Tour auf dem Baht-Bus und zwei abendlichen Ausflügen zum Nachtmarkt, hab ich in Chiang Mai selbst nicht wirklich was gemacht... da Songkran drei Tage lang gefeiert wurde, hatte man eigentlich keine Chance außerhalb des Hostels trocken zu bleiben und da vergeht einem ehrlich gesagt die Lust, was zu machen.

Trotzdem haben wir uns am zweiten Tag unseres Chiang Mai Aufenthalts  aus unserem Hostel gewagt, um einen Berg-Tempel in der Nähe anzuschauen. Nachdem wir es tatsächlich geschafft hatten, ein paar Straßen lang unbemerkt und trocken zu bleiben, hatten wir leider das Pech in ein Tuktuk mit einem besonders witzigem Fahrer einzusteigen. Der fand nämlich, dass wir noch viel zu trocken seien und hat uns direkt auf die Fest-Hauptstraße gebracht, also da, wo die wasserspritzenden, nein, kübelschüttenden Thais am meisten gewütet haben. Ich bin mir sicher, es hätte einen anderen Weg gegeben, aber es ist wohl ungeschriebenes Gesetz, dass man als Tourist während Songkran triefend naß sein muss. So sind wir dann, noch leicht feucht, nach einer halben Stunde Fahrt am Wat Doi Suthep angekommen. Der Tempel liegt auf diesem Berg, weil der Legende nach sich dort mal ein weißer Elefant zum Sterben hinbegeben hat. Vielleicht is er ja gestorben, WEIL er diesen Berg hochgelatscht ist... Naja, für uns hieß das auf jeden Fall erstmal viele Stufen steigen. Wie bei jedem Tempel führen von riesigen, bunten Wasserschlangen, den Naga, eingerahmten Treppen zum Tempelgelände. Von dort aus hat man einen sagenhaften Blick auf Chiang Mai und das grüne Umland. Wir sind dann ein bißchen auf dem Gelände herumgelaufen und schließlich in das Herzstück der Tempelanlage gelangt, wo ein riesiger, goldener Chedi steht. Obwohl ziemlich viele Leute da waren, war es sehr angenehm. Es waren hauptsächlich Thais dort, die gebetet und meditiert haben, was für eine entspannte, ruhige Atmosphäre gesorgt hat. Ich fand es sehr interessant, naja, Buddhismus live zu sehen. Mit einer Lotusblüte oder Räucherstäbchen in den zusammengelegten, zur Stirn geführten Händen, wandern die Menschen um den Chedi oder knien meditierend vor einer der unzähligen Buddha-Firguren. Dabei haben sie einen so sanften und friedlichen Gesichtsausdruck... kaum zu glauben, dass eben diese Menschen ein paar Kilometer weiter gefeiert haben wie die Wilden. Ich glaube, der ursprüngliche Gedanke hinter Songkran ist, Buddha zu ehren, indem man aus kleinen silbernen Schälchen Wasser auf Buddhafiguren und vielleicht auch mal seinen Nebenmann spritzt. Aus den kleinen Schälchen sind halt dann im Laufe der Zeit Wasserkübel und Feuerwehrschläuche geworden...

Den Abend haben wir dann wieder im Hostel ausklingen lassen, wo uns ein paar der anderen Gäste mit Songs auf der Gitarre unterhalten haben (Hotel California...).

Dschungel

Nach zwei Tagen Dauernäße, haben wir uns dann doch gefreut aus Chiang Mai flüchten und unsere Trekking Tour im Dschungel antreten zu können. Doch zu früh gefreut! Da der Baht-Bus, der uns in den Dschungel transportiert hat, teilweise offen war, blieben wir nicht von den Wasserattacken verschont und mussten uns auf der zweistündigen Fahrt immer wieder auf einen Schwall kalten Wassers gefasst machen. Wir sind dann schließlich bei einer kleinen Hütte mitten im Nirgendwo abgeladen worden. Die Gruppe, mit der wir unterwegs waren, war ein guter Mix aus Französinnen, einer Kanadierin und einem australischem Pärchen. Leider war die Tour etwas unorganisiert, weshalb wir erstmal gar keinen Tour-Guide hatten und warten mussten. Wir haben dann aber von der Dame... der Hütte (die die Mutter unserer Fahrerin war) ein einfaches, aber sehr leckeres Mittagessen bekommen. Schließlich hat sich der Bruder der Fahrerin angeboten, uns durch den Dschungel zu unserem Nachtlager zu führen. Der Typ war witzig. Tom hieß er und 18 Jahre alt. Als ich gesehen hab, dass er in Flip Flops losmarschiert, dachte ich erst, dass wird wohl kein so anspruchsvoller Trekk. Typischer Touri-Trekk halt.

Da hab ich mich aber geirrt. Wir sind erstmal zwei Stunden steil bergauf gewandert, auf rutschigen und schmalen Pfaden. Und das bei 35°C!! Von diesem Abschnitt weiß ich nur noch, dass ich gekeucht und literweise geschwitzt hab. Aber was für ein geiles Gefühl, wenn man auf der Spitze des Berges steht und mit einem atemberaubenden Blick auf den Dschungel belohnt wird. Und mit einer Litschiplantage!!! Da war tatsächlich mitten im Dschungel ein Feld mit Litschibäumen, was wir natürlich genutzt haben, um uns zu stärken. Nach ca. weiteren eineinhalb Stunden sind wir dann schließlich in unserem Lager für die Nacht angekommen. Das war eine sehr einfache Hütte, einsam gelegen auf einem schmalen Bergrücken. Wir haben alle in der Hütte geschlafen, auf einfachen Matten unter Moskitonetzen. Die Klos und Duschen waren zwar... primitiv, aber nach dieser langen Wanderung purer Luxus. Ich hatte ja Schlimmeres erwartet. Abends ist dann auch mal unser Guide aufgetaucht und hat uns bekocht und schließlich noch mit einem UNO Spiel unterhalten.

Am nächsten Tag gings dann nach einem leckeren Frühstück auf zum Elefantencamp. Wieder ist mitten im Dschungel ein kleines Tal mit einem Flußlauf und einer Lichtung aufgetaucht, wo schon die Elefanten mit ihren Sitzen auf dem Rücken für uns bereit standen. Aber ich wär ja nicht ich, wenn ich mich wie ein gewöhnlicher Touri auf den Sitz setzen würde;-) Der Guide hat mir angeboten, dass ich auf auf dem Nacken des Elefanten reiten könnte und da war ich natürlich sofort dabei. Zugegeben, mir war schon ein bißchen mulmig als der Elefant losgestapft ist und ich in drei Metern Höhe auf seinem Nacken hin und her geschwankt bin. Vor allem, unser Elefantentreiber is ziemlich lässig hinter uns hergelaufen und ich bin ja jetzt auch nicht so geübt im Elefanten lenken... noch lustiger war der Mahout von dem australischen Pärchen. Der hat den Elefanten einfach laufen lassen und ein kleines Nickerchen am Fluß gemacht. Aber obwohls ein bisschen verplant gewirkt hat, wusste unser Elefant schon, wos hingeht. Im Grunde ist der eigentlich nur über die Lichtung gestapft und hat alles gegessen, was im Weg stand. Der hatte halt noch kein Frühstück. Richtig Muffensausen hab ich bekommen, als der Elefant versucht hat halsbrecherisch steile Abhänge am Rand der Lichtung hinunterzuklettern, um auch an die saftigsten Blätter zu kommen. Ich hatte nicht Angst, dass ich von seinem Hals runterrutsch, sondern dass der ganze Elefant da runter fällt!! Aber von oben hat das wohl schlimmer ausgesehen als es eigentlich war und es war wirklich ein riesen Spaß!

Der nächste Teil der Wanderung war zwar nicht ganz so anstrengend wie am Vortag, hat mich aber trotzdem ganz schön ins Schwitzen gebracht. So war ich dann froh, dass wir an einem Flußlauf mit einem kleinen Becken, wo ein paar Kinder gebadet haben, Pause gemacht haben. Da meine Klamotten sowieso vollkommen durchnäßt waren, bin ich einfach in Shorts und T-Shirt ins angenehm kühle Wasser getaucht. Mittagessen gabs dann in einem kleinen Dorf. Dort hatte ich dann genügend Zeit mich zu trocken, aber nur um danach wieder naß zu werden. Mit einem Baht-Bus gings weiter zur nächsten Station, Wildwasserrafting und Bamboorafting. Der Fluß war nicht ganz so "Wildwasser", weil er zur Trockenzeit einfach zu wenig Wasser führt, aber war trotzdem witzig. An dem Fluß haben wirklich hunderte von Thais gebadet und dort ihren freien Tag genossen. Wir sind teilweise echt durch ein Meer aus planschenden Kindern geschippert. Irgendwann sind wir dann selber ins Wasser gesprungen und haben uns treiben lassen...

Am Ende haben wir dann vom Gummiboot auf einfache Bambusfloße gewechselt und den letzten Teil des Trips angetreten. Auch hier war der Fluß teilweise so niedrig, dass wir stecken geblieben sind. Ich und meine "Sitznachbarin", eine Amerikanerin, die auch im Bus war, mussten dann ins Wasser und das Floß anheben um weiter zu kommen...

Auf dem Heimweg nach Chiang Mai hat uns dann Songkran wieder eingeholt. In der Stadt war es schon vorbei, aber in den Dörfern, durch die wir gefarhen sind, wurde das noch immer lebhaft zelebriert. Da standen sie dann schon immer mit ihren Wasserkübeln und Schläuchen am Straßenrand... Ihr glaubt nicht, was für eine Wucht so eine Ladung Wasser haben kann! Das war immer voll der Schock. Wer nach vorne raussehen konnte, hat uns immer gewarnt: "Attention on the right side", "Attention on the left side", "Oh no, on both sides..."

Wir haben die Nacht dann wieder in unserem Hostel verbracht. Und glaubt mir, so tief und fest hab ich selten geschlafen...

So, jetzt denk ich, is genug für heut. Freut euch schon mal auf Stories von Sukhothai, der ersten Hauptstadt Thailands, meinen Tauchkurs und meinen Trip zum River Kwai... bis dann!!

11.5.09 20:22

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