Ko Phangan

Sawadee ka, meine Lieben zu Hause und sonst wo!

Mein allerletzter Monat hier in Thailand hat begonnen und ich kann nicht glauben, dass die Zeit so schnell vergangen ist!

Leider war ich in letzter Zeit mal wieder ein bisschen faul und hab meinen Blog zugegebenermaßen ziemlich vernachlässigt... dabei hab ich doch seit Kambodscha wieder einiges erlebt! Also, auch wenn ich euch das alles bald persönlich erzählen kann (worauf ich mich sehr freue), der Vollständigkeit halber werd ich jetzt ein bisschen was von dem schreiben, was ich die letzten zwei Monate so gemacht habe...

Anfang Juni, kurz nach meinem 21. Geburtstag, habe ich mir selbst ein Geschenk gemacht und mir einen kleinen Urlaub auf der Party-Insel Ko Phangan gegönnt. Ko Phangan ist Heimat der berühmt-berüchtigten Full Moon Party, der Party, die jeden Monat zu Vollmond massenweise Althippies, Raver und partyhungrige Backpacker an den Paradiesstrand Had Rin zieht (ich zähl mich übrigens zu keiner dieser Gruppen, bin mehr der muss-man-mal-gesehen-haben-wenn-man-in-Thailand-wohnt-Typ).

Mit meiner Freundin Minh, auch eine Praktikantin bei Bosch, hab ich mich auf den Weg nach Ko Phangan gemacht. Und es war ein laaaaaaanger Weg...  Wir hatten zwar billige Flugtickets ergattert, aber da wir auf dem Festland (Surathani) gelandet sind, dann 2 Stunden mit dem Bus zur Fähre fahren mussten und die Fahrt mit der Fähre 4 Stunden oder so gedauert hat, waren wir fast einen ganzen Tag lang unterwegs! Und hier ein guter Tipp: man fliegt am besten gleich auf Ko Samui und nimmt dann die Fähre, was ca. eine Stunde dauert. Es ist zwar etwas teurer nach Ko Samui zu fliegen, weil nur die teure Airline Bangkok Airways den kleinen Flughafen dort anfliegt, aber mit Bus- und Fährfahrt kommt man vom Festland aus nahezu auf denselben Preis.

Auf jeden Fall sind wir dann total geschafft irgendwann um 7 oder 8 Uhr (??) auf Ko Phangan angekommen. Weil über das Internet kein einziges Hostel buchbar war, standen wir dann auch quasi obdachlos da. Aber das war überhaupt kein Problem, da an der Anlegestelle wieder massenweise "Schlepper" warteten, die die müden Backpacker in ihre Hostels lotsten. Wir haben uns schließlich in einen Baht-Bus gesetzt, dessen Fahrer uns angeboten hatte, uns in den Süden der kleinen Insel zu fahren, dort, wo sich die meisten Hostels befinden (und der Party-Strand). Die rasante Fahrt über die extrem hügelige und dicht bewachsene Insel wurde von einem kräftigen Monsun-Schauer begleitet, weswegen wir dann klatschnaß an unserem Ziel angekommen sind. Nach kurzer Suche haben wir uns in einem tollen Guesthouse, dem Black&White Guesthouse, einquartiert, wo wir ein schickes Zimmer mit Balkon direkt auf das Meer hatten. Ausgehungert wie wir waren, haben wir uns dann gleich in ein nettes, gut besuchtes Restaurant in der Nähe gesetzt und lecker und gut gegessen. Dadurch gestärkt, haben wir den Abend auf der "Aufwärm-Party" am Had-Rin ausklingen lassen. Denn meist wird schon einige Tage vor Vollmond der Strand zur Open-Air-Disco umgewandelt. Ok, eigentlich ist auf dieser Insel immer Party, es gibt ja auch Half Moon, Black Moon und was weiß ich noch für andere Parties, aber eben nur an Vollmond geht es richtig ab.

Um unsere Kräfte zu schonen haben wir dann am nächsten Tag bis Mittags gepennt, sind dann am Strand frühstücken gegangen und haben beschlossen den Tag gechillt am Strand zu verbringen. Aber welcher Strand? Der Had Rin ist ein wirklich schöner Strand, aber eben zu Vollmond-Zeiten unangenehm voll. Und weil wir keine Lust hatten uns in die Masse sonnengeölter, wie hähnchen-bratender  Spaßtouristen einzureihen, sind wir einfach mal auf ein Longtail-Boot, das typische thailändische Wassertaxi, gestiegen. Diese fahren Strände rund um die Insel an. Nachdem schon zwei "Taxiinsassen" an einer kleinen Bucht abgeladen worden waren, hat uns der Kapitän gefragt, wo wir eigentlich hinwollen. In den Norden, haben wir gemeint, da solls am schönsten sein. Tja, doof nur, dass der Kapitän von uns dafür 1000 Baht verlangt hat. Und so viel hatten wir nicht mal annähernd dabei! Hier ist mir wieder mal klar geworden, dass es da, wo viele Touris sind, verdammt teuer ist...

Auf jeden Fall saßen wir da ein bisschen in der Zwickmühle, immerhin waren wir mitten auf dem Meer und da kann man ja nicht einfach so aussteigen. Der Kapitän hat dann aber angeboten uns an den nächsten Strand zu fahren und uns in ein paar Stunden wieder abzuholen (anders wären wir von dem Strand auch nicht mehr weggekommen). Das war dann auch in unserem Budget drin. Und wieder einmal hatten wir unglaublichen Dussel, denn der Strand, an dem wir letztendlich gelandet sind, war ein absoluter Traumstrand! Menschenleer, weißer Sand, umgeben von hohen Felsen, Palmen-Dschungel und dazwischen ein paar leerstehende Bungalows. Wir mussten schon recht weit vor dem Ufer ins Wasser springen, da das Ufer zu flach für das Boot war. Also Klamotten runter, die Taschen hoch über dem Kopf, sind wir in die Wellen, wo uns dann das Wasser bis zur Brust stand.. Und weil ziemlich starker Wellengang war, mussten wir zugegeben ein bisschen kämpfen um an den Strand zu kommen. Aber endlich!! Der Strand!! Nachdem wir unsere Sachen ausgebreitet hatten (zwei einsame Handtücher im weißen Sand), haben wir den Strand ein bisschen erkundet. Überall standen die kleinen, verlassenen Bungalows, die, wie ich vermute, nur zur Hochsaison betrieben werden. Weiter hinten haben wir eine Schaukel an einer Palme entdeckt und direkt dahinter war tatsächlich ein bewohntes Haus. Zwei Thais haben sich kurz blicken lassen, aber uns dann nicht weiter gestört (kein nerviges "You want Massage?". Bis uns das Boot wieder abgeholt hat, haben wir dann am Strand gedöst, im Meer gebadet und die Ruhe genossen. Wieder zurück in der Zivilisation, haben wir deren Vorzüge genossen und das übliche Abendprogramm, lecker Essen gehen und dann Party am Strand, durchgezogen.

 Am nächsten Tag bin ich zum Tauchen gegangen. Die Gegend soll eine der besten in Thailand sein, v.a. nahe Ko Tao, der Nachbarinsel. Im Juni sollen dort auch immer viele Walhaie unterwegs sein. Leider hab ich keinen gesehen, aber ich bin ja auch erst am Anfang meiner Tauchkarierreemotion  Nach gerade mal drei Stunden Schlaf hab ich mich morgens um halb sieben aufgemacht zur Tauchschule. Mit dem Instructor und zwei anderen Tauchern, bin ich ans andere Ende der Insel gefahren, wo schon ein Tauchboot und naja, ca. 15 andere Taucher gewartet haben. Zur Vollmondzeit sind halt wohl auch viele Taucher auf Ko Phangan...

Wir sind zu einem Felsen mitten im Meer gefahren, dem Sail Rock, der zwischen Ko Phangan und Ko Tao liegt. Dieser Tauchspot ist einer der beliebtesten in der Gegend, weil man in Tiefen von 20 bis 30 Metern um den Felsen herumtauchen und schließlich einen Kamin, also einen senkrecht nach oben gehenden Tunnel hinauftauchen kann. Das war dann schließlich auch das Highlight meiner beiden Tauchgänge. Denn obwohl ich wieder unglaublich schöne Unterwasserwelt beobachten konnte, war die Sicht leider wieder sehr schlecht und die Strömung sehr stark, so dass das ganze ziemlich anstrengend wurde. Und ehrlich gesagt, war ich auch ein bisschen aufgeregt, es war ja der erste Tauchgang ohne meinen Lehrer. Und dann auch noch mitten im Ozean abzutauchen und nicht in der Nähe eines sicheren Ufers... für mich Adrenalin pur. Aber wie gesagt, ich bin ja erst am Anfang. Die Heimfahrt hab ich dann total verschlafen. Der fehlende Schlaf der vorigen Nacht hat sich bemerkbar gemacht und die Anstrengung vom Tauchen hat mir den Rest gegeben. Denn nicht nur unter Wasser bin ich gegen die Strömung angeschwommen, auch über Wasser musste ich kräftig paddeln. Da nämlich viele Tauchgruppen am Sail Rock waren, musste unser Boot ganz hinten "parken". Deshalb mussten wir bei ziemlich heftigem Seegang bestimmt 50 Meter zum Abtauch-Seil schwimmen. Mit der Ausrüstung, echter Hochleistungssport... am Ende aber konnte ich stolz zwei weitere Tauchgänge in mein Logbuch eintragenemotion

Am Abend war ich dann aber wieder fit für die Party der Parties: die FULL MOON PARTY!!!!! Am ganzen Strand entlang reihen sich bunt ausgeleuchtete Bars, aus denen laute Party-Musik drönt, während die Stimmung durch ein paar thailändische Feuer-Artisten angeheizt wird. Um im Dunkel auch richtig aufzufallen, tragen die meisten leuchtende Ketten und Armbänder oder lassen sich mit fluoreszierenden Neon-Farben bemalen (ja ich gebs zu, ich hab mir auch einen leuchtend blauen Gecko auf den Arm malen lassen). Nach Mitternacht gings dann richtig ab, da wurde es auch richtig voll. Tausende von Leuten haben barfuß im Sand getanzt bzw. haben hektische, tanzartige Bewegungen vollführt (das nennt man dann wohl Raven...). Natürlich haben auch wir uns unters Partyvolk gemischt und unter Palmen und einem leuchtenden Vollmond bis zum Morgengrauen getanztemotion

So richtig konnten wir den allerdings nicht genießen, da unsere Fähre zurück zum Festland schon eine halbe Stunde später  losfuhr. Also haben wir schnell unsere Rucksäcke geholt, einen letzten Blick auf das Full Moon Party Dorf geworfen und sind schließlich auf zum Hafen. Auf der Fähre hab ich mich dann auf Deck ausgebreitet (Strandhandtuch sei Dank) und vier Stunden Schlaf nachgeholt. Der Rest ist jetzt auch nicht mehr besonders spannend, es war wieder eine seeeehr laange Heimreise... obwohl, beim Heimflug sind wir doch tatsächlich in einen Tropensturm geraten. Ich bin am Fenster gesessen und konnte beobachten, wie der Himmel um uns herum immer wolkiger und dunkler wurde, bis wir schließlich mitten im Unwetter waren. Das Flugzeug hat gewackelt und immer wieder hat man die Turbinen aufheulen hören. Regen ist gegen das Fenster gepeitscht und die düstere Wolkenwand wurde ab und zu durch einen Blitz erleuchtet. Normalerweise bin ich da ja nicht so ängstlich, es war eigentlich auch gar nicht so wahnsinnig schlimm... aber man hatte halt doch den Air France Absturz von der Woche zuvor im Kopf...emotion

Es ging aber alles gut und ich bin auch wohlbehalten wieder im sch... schönen Pattaya angekommen.

So, ich muss jetzt ins Bett. Ich hoff meine kreative Schreibphase hält noch ein paar Tage an, dann kann ich euch ein bisschen was von Bangkok und Hongkong erzählen. 

Bis dahin, gute nacht!emotion

3.8.09 17:50

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