Ko Phi Phi - Abschied vom Paradies

Nachdem sich meine Zeit hier in Thailand langsam dem Ende zuneigt, habe ich mir als krönenden Abschluss noch einen Urlaub auf Ko Phi Phi gegönnt. Ko Phi Phi ist eine Nachbarinsel von Phuket, das in der Andamanensee im Süden Thailands liegt. Genauer gesagt besteht Ko Phi Phi aus zwei Inseln, der Hauptinsel Ko Phi Phi Don und der kleineren, unbewohnten Insel Ko Phi Phi Leh.  Auf letzterer befindet sich der Strand, der Kulisse für den Film „The Beach“ war. Doch nicht nur der Film hat die kleine Insel so berühmt gemacht. Mit ihren weißen Stränden, dem kristallklaren Wasser und 1a Tauch- und Schnorchelplätzen gilt Ko Phi Phi als eine der schönsten Inseln der Welt. Perfekte Voraussetzungen also, um einen gechillten Strandurlaub zu verbringen.

 

Mit dem Flugzeug sind wir (diesmal zu dritt) nach Phuket geflogen. Von dort aus sind wir mit der Fähre nach Ko Phi Phi Don gefahren. Wie der Wetterdienst es vorausgesagt hatte, war and diesem Tag „Thunderstorm“ und dementsprechend wurden wir auf der Fähre kräftig durchgerüttelt. Na super. Nachdem ich nun schon einen Tropensturm im Flugzeug miterlebt hatte, musste ich das wohl nun auch auf einem kleinen Schiffchen mitten im Ozean durchmachen… Am Anfang hatte es tatsächlich so ausgeschaut, als ob wir eine entspannte Überfahrt auf dem Sonnendeck der Fähre genießen könnten.  Aber nach ca. 20 Minuten Fahrt hat die Fähre gestoppt und einer der „Matrosen“ hat uns angewiesen schleunigst unter Deck zu gehen. Daran haben sich auch alle Fahrgäste artig gehalten, denn über uns hatten sich schon dicke, schwarze Wolken zusammengebraut und der Wellengang wurde so heftig, dass ich mich nur noch mit überall Festhalten fortbewegen konnte. Mit voller Fahrt ist das kleine Schiff dann in den Sturm gerauscht und hat dabei geknackt und geknarzt, als ob es gleich auseinanderbrechen würde; Kotztüten wurden verteilt. Schlecht war mir aber glücklicherweise nicht, ich fand’s… irgendwie cool! (Im Gegensatz zu dem Flug). Ich hatte vielmehr das Bedürfnis, mich an Deck zu stellen, an die Reling zu klammern und „WOOOHOHOOHOOOO!“ zu schreien

Als wir dann schließlich auf Ko Phi Phi angekommen waren, hatte sich der Sturm gelegt. Noch ein kleiner, kräftiger Regenschauer (gottseidank NACHDEM wir eine Unterkunft gefunden hatten), dann ist die Wolkendecke aufgerissen und wir konnten unseren ersten Abend auf der Insel in einer Strandbar ausklingen lassen.

 

Am nächsten Morgen war das Wetter, naja, eher suboptimal (wieder Regen und dicke Wolken), was uns aber nicht davon abgehalten hat, den Tag am Strand zu verbringen. So sind wir dann mit einem Longtail-Boot zu einer kleinen Bucht gefahren, von der aus wir zum nächsten Strand laufen mussten. Der Bootsführer meinte, die Wellen seien zu hoch, um den Strand direkt anzufahren. Und tatsächlich, an diesem Strand war der Wellengang so stark, dass sogar Baden unmöglich war. Tja, doof… nachdem ich eine Weile beobachtet hatte, wie die Nachbarinsel Ko Phi Phi Leh hin und wieder in einem grauen Monsun-Schauer komplett verschwand, machten ich und die zwei anderen Mädels uns auf an einen Strand, der etwas geschützter von Wind und Regen war. Nach einem halbstündigen Marsch durch das Inselinnere, wurden wir schließlich mit einem traumhaften Strand, an dem kein Lüftchen ging, belohnt. Das Wetter wurde so gut, dass wir genüsslich in der Sonne brutzeln konnten (dabei waren die Wolken, die die Sonne ab und zu verdeckt haben, sehr willkommen, da ich sonst zu sehr gebrutzelt hätte). Und wenn’s mir doch zu heiß wurde, bin ich einfach ins angenehm kühle Meer gesprungen…

 

Am nächsten Tag hat mich der Wecker gnadenlos um 6 Uhr aus dem Bett geklingelt: ich hatte für den Vormittag einen Tauchausflug gebucht. Es waren wieder ziemlich viele Leute mit dabei, von denen die meisten Tauchschüler waren oder „Fundiver“, die nur einen Schnuppertauchgang machen wollten. Somit war ich mit meinen popeligen 6 Tauchgängen tatsächlich einer der erfahrensten Taucher an Bord! Neben den Tauchlehrern waren gerade mal zwei Taucher dabei, die ihren Schein schon hatten. Das macht einen doch gleich viel selbstbewusster

Auf dem Weg zur ersten Tauchlocation bei P.P. Leh, hat es wieder etwas gestürmt und geregnet. Ich habe mich deshalb darauf gefasst gemacht, dass mir schlechte Sicht und starke Strömung wieder Mal einen Strich durch die Rechnung machen. Ganz toll… Monsun-Zeit ist halt keine gute Tauch-Saison… Während der Fahrt hat uns unser Tauchlehrer noch einiges erklärt, die übliche Vorbesprechung eben, aber Motorenlärm, Sturmtosen und sein starker britischer Akzent haben dafür gesorgt, dass ich so gut wie nix verstanden hab… egal, einfach immer Nicken. Im kleinen, erlesenen Kreis der erfahrenen Taucher, bin ich schließlich abgetaucht. Und siehe da, die Sicht war perfekt und von Strömung keine Spur! Sogar ein Leopardenhai hat sich blicken lassen. Als ich wieder aufgetaucht bin, hat dann auch die Sonne geschienen. Nach dem Lunch gings auf zum zweiten Tauchplatz, einer Felswand nahe den „Viking Caves“. Die Viking Caves sind in der Brandung liegende Höhlen, die vor langer Zeit von vorbeiziehenden Seefahrern und Piraten mit Zeichnungen geschmückt wurden. Cool, oder? ;-). Der zweite Tauchgang war dann ziemlich entspannt. Dank einer leichten Strömung konnten wir uns einfach an der korallen- und anemonen-uebersaehten Felswand entlang treiben lassen…

 

Aber Ko Phi Phi ist nicht nur für Taucher ein absolutes Paradies, die kleinen Inseln bieten auch jede Menge Möglichkeiten, um Schnorcheln zu gehen. Deshalb haben wir uns für den letzten Tag unseres Inselurlaubs ein Longtail-Boot gemietet, das uns zu den besten Schnorchelplätzen und schönsten Stränden in der Gegend bringen sollte. Erster Stopp der Tour war ein flaches Riff bei P.P. Leh, das bestens zum Schnorcheln geeignet war. Als wir ins Wasser sind hat uns gleich mal ein ganzer Schwarm bunter Tropenfische umgeben. Zwischen den Korallen konnte man dann noch viele weitere Meeresbewohner entdecken. Absolut toll! Einen kleinen Haken gab’s dann allerdings doch: das Wasser war voller durchsichtiger, schleimiger Quallententakel. Damit hatte ich schon am Vortag beim Tauchen Bekanntschaft gemacht. Weil das Zeug praktisch tote Körpermasse ist, so hat man mir gesagt, tut es nicht weh, wenn man’s berührt. Und ich hab wirklich nichts bemerkt, weil ich erstens den schützenden Taucheranzug anhatte und zweitens schnell unter den Tentakel-Teppich tauchen konnte. Beim Schnorchel allerdings hat mich kein Neopren geschützt, als ich mitten durch den Quallenschleim geschwommen bin und dabei hab ich dann tatsächlich den ein oder anderen Stich auf der Haut gespürt. War aber nicht weiter schlimm, eine lebende Qualle zu berühren ist vermutlich tausendmal schmerzhafter und das ist mir glücklicherweise noch nie passiert.

Nachdem wir alle wieder ins Boot geklettert waren, ging’s weiter zur nächsten Bucht. Wir hatten ja damit gerechnet, dass uns unser Kapitän zur Maya Bay bringt, dem berühmten „The Beach“-Filmstrand. Aber die hohen Wellen dort haben wieder einmal verhindert, dass das kleine Boot direkt hinfahren konnte. So mussten wir also an der relativ windgeschützten Bucht aussteigen und mit Hilfe einer klapprigen Bambusleiter eine Klippe überqueren. Zum Strand war es dann nur noch ein kurzer, gemütlich Spaziergang durch den Wald. Ein wunderschöner Strand, aber aus dem Film hatte ich ihn irgendwie anders in Erinnerung… liegt wahrscheinlich daran, dass für den Film einiges verändert wurde. Da es noch früh am Morgen war, waren nur wenige Touristen am Strand, so dass  wir ungestoert in der von hohen Klippen umgebenen Bucht baden konnten. Nach einiger Zeit aber kam eine ganze Invasion von grossen Speedbooten angefahren (denen machten die Wellen nix aus), die ihre Fracht, eine fotoknipsende Touristenmeute, direkt am Strand abgeladen haben. Innerhalb kürzester Zeit war vor lauter Booten und Touristen nichts mehr von dem schönen Strand zu sehen… nicht auszuhalten! Und das in der Nebensaison! Also nix wie weg und zurück zum Boot. Wir waren in dem Moment echt froh, dass wir so früh zu unserer Tour aufgebrochen waren.

Nächster Stopp war eine Bucht, die weit in die Insel hineinging. Es gab keinen Strand dort, die Bucht war nur von hohen Felsmauern umgeben. Als wir in die Bucht hinein gefahren sind, wechselte das Wasser von Eisbonbon-blau zu flaschengrün. „Camping!“ meinte unser Bootsfuehrer dann. Hae, campen?? Wir hatten keine Ahnung, was er meinte. Dann beobachteten wir aber, wie ein paar andere Inselbesucher von einem Speedboot aus ins Wasser sprangen. Ahhh… er meinte also „jumping“!! In dieser Bucht war das Wasser tief genug, um gefahrlos kopfüber ins Meer zu hechten. Aber hallo!! Schon war ich im WasserJ (Aber obacht: als Bikintraeger sollte man vor dem Wieder-Auftauchen sichergehen, dass alles sitzt;-)

Nach einer längeren Fahrt übers offene Meer sind wir schließlich auf einer anderen, winzig kleinen Insel etwas nördlich von P.P. Don gelandet: auf Bamboo Island (wir haben erfolgreich verhindert, dass wir nach Mosquito Island fahren…. Seufz… ich wär jetzt gern wieder da, an dem langen, schneeweißen Strand… würde mich jetzt gerne wieder in dem seichten, kristallklaren Meer treiben lassen… Salz und Sonne auf der Haut spüren… Sand durch die Finger rieseln lassen…. Menno, nicht nur dass ich diese Paradies-Insel verlassen musste, in einer Woche geh ich ganz aus diesem schönen Land! Ich bin immer noch fassungslos, dass die sechs Monate so rasend schnell vergangen sind. Bin ich nicht erst gestern total verplant am Flughafen in Bangkok angekommen? So kommt es mir zumindest vor….

Naja, zurück zur Geschichte. Nachdem wir also das tropische Eiland hinter uns gelassen hatten, haben wir noch einen Strand auf P. P. Don angesteuert, „Monkey Beach“. Und jetzt könnt ihr euch sicherlich denken, was wir dort vorgefunden haben… genau, wieder mal unzählige Touristen mit ihren Kameras (ich gebs ja zu, ich war dann auch einer von ihnen…. Oh, und in den Bäumen saßen doch tatsächlich ein paar Affen!! Die waren sooo süüß! Nachdem der Großteil der Touris auf Speedbooten davongedüst war, haben sich ein paar der Baumbewohner herunter an den Strand gewagt, um sich die Hinterlassenschaften der Besucher zu schnappen: Bananen und Pepsi-Flaschen. Nachdem wir den Affen lange genug beim Essen (und Trinken) zugesehen hatten, sind wir zum Abschluss noch in dem Riff am Monkey Beach Schnorcheln gegangen. Auch dort konnte man wieder einiges entdecken. Gerade als ich wieder ins Boot wollte, habe ich unter mir kurz etwas Lilanes aufleuchten sehen. Weil man es von oben nicht so richtig erkennen konnte, bin ich abgetaucht, um mir das aus der Nähe anzusehen. Und halb unter einem großen Stein versteckt saß ein riesiger, lila-blauer Seestern. Diesem gemütlichen Meeresbewohner zu begegnen, war ein schöner Abschluss für meinen Schnorchelausflug.

 

Nachdem wir nach Tong Sai, das kleine Dörfchen, in dem wir untergekommen waren, zurückgekehrt und beim Essen waren, musste noch eine Sache erledigt werden: wir wollten unbedingt noch zum höchsten Punkt der Insel, dem View Point, um den Sonnenuntergang zu sehen. Nachdem wir uns die Tage zuvor vor dem schweißtreibenden Aufstieg gedrückt hatten,  war dies unsere letzte Chance auf einen Rundumblick auf Ko Phi Phi. Also haben wir tapfer und schwitzend (es war brutal schwül) über viele Stufen ca. 300 Höhenmeter zurückgelegt, um uns schließlich, oben angekommen, auf einen flachen, warmen Felsen fallen zu lassen. Von dem kleinen Plateau aus hatten wir einen sagenhaften Ausblick auf die grüne Insel und den Ozean.  Die untergehende Sonne hat den etwas wolkigen Himmel in rosa, orange, rot und schließlich dunkel-lila gefärbt… dafür hat sich der Aufstieg mehr als gelohnt.

 

Das war leider auch schon der letzte Tag auf Ko Phi Phi. Am nächsten Tag mussten wir wieder früh morgens aufbrechen, um die Fähre nach Phuket zu erwischen. Im Gegensatz zur Hinfahrt, war die Rückfahrt so ruhig wie eine Fahrt auf der Autofähre von Konstanz nach Meersburg. Also langweilig. Aber ich hab mich an Deck breit gemacht und mir dann mit Lesen und Dösen die Zeit vertrieben. Eigentlich hätte ich ewig so auf dieser Fähre dahinschippern können, ewig das blaue Meer, den Horizont und die ab und zu vorbeiziehenden Inseln beobachten können... Aber alles hat ein Ende und so soll es jetzt auch mit dieser Urlaubsgeschichte sein. Tschüssi!!

1.9.09 09:33

Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen